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15.03.2010

Hintergründige Nacht zu Heinrich Böll

von Prager Ostthüringer Zeitung

Lesung und Musik in der Rosenthal-Villa

Das Verhältnis des Literaturnobelpreisträgers Heinrich Böll zur Literatur und zu den Schriftstellern des ehemaligen Ostblocks beleuchtete am Sonnabend in der Rosenthal-Villa die Böll-Nacht.

Knapp 50 Literaturfreunde, darunter Jenas Alt OB Dr. Peter Röhlinger, waren der Einladung der den Grünen nahestehenden Heinrich-Böll-Stiftung gefolgt. Der Schriftsteller Lutz Rathenow und der Sänger und Autor André Herzberg ("Pankow") lasen aus Werken von Böll und sprachen über ihr Verhältnis zu ihm. Markus Schäfer vom Böll-Archiv in Köln lieferte in Kurzvorträgen und Fernsehausschnitten viel Hintergrundwissen zu einem der wichtigsten deutschen Schriftsteller der jüngeren deutschen Geschichte, neben Günter Grass.

Lutz Rathenow berichtete über zwei Begebenheiten mit Heinrich Böll. Von der ersten hatte der westdeutsche Literat nichts mitbekommen: In einem "Akt jugendlicher Überheblichkeit" habe Rathenow einen Text nachempfunden. Auch bei dem Prosastück "Die Gelegenheit" von 1980 sei der Böll-Einfluss unverkennbar, so dass er sich heute überlegen müsse, ob das nicht ein Plagiat gewesen sei, gab Rathenow zum Besten.