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25.06.2003

Heiteres zum Abschluss der Literaturtage

von Mario Keim Ostthüringer Zeitung

Edgar Külow und Bernd-Lutz Lange lesen auf Burg Ranis vor vollen Stuhlreihen

Gemeinsam sind die Komiker Gunter Böhnke und Bernd-Lutz Lange, die seit 1988 zusammen arbeiten und in diesem Jahr ihre künstlerische Ehe beenden werden, unschlagbar. Doch als Solisten wissen beide ebenso zu überzeugen. Böhnke zeigte dies bereits vor zwei Jahren auf der Burg Ranis. Am vergangenen Sonntag zum Abschluss der diesjährigen Thüringer Literatur- und Autorentage legte Lange nach. "Endlich ist es uns gelungen, ihn auf der Burg begrüßen zu können", freute sich Dr. Martin Straub vom veranstaltenden Lese-Zeichen e. V. gemeinsam mit den gut 200 Besuchern, die trotz der Hitze bis zur letzten Minute ausharrten und zumeist schon die dritte Lesung hintereinander erlebten.

Mit humoristischen, manchmal auch melancholisch anmutenden Anekdoten unterhielt Bernd-Lutz Lange sein Publikum, während er aus "Mauer, Jeans und Prager Frühling" las. Das Buch enthält Erinnerungen aus der Jugend- bzw. Studienzeit des gebürtigen Zwickauers und Mitbegründers der "academixer" und ist Nachfolger des erfolgreichen Buches "Magermilch und Strümpfe" (50 000 verkaufte Exemplare). Wer mehr über Lange erfahren möchte, hat bereits am Freitag die Gelegenheit: Dann ist er Gast der MDR-Sendung "Riverboat" und plaudert darüber, wie es ihm gelingt, mit verblüffend authentischem, italienisch- und englischsprachigen Kauderwelsch seine Zuhörer zu verblüffen. "Das ist eine Gabe, die ich von meinen Altvorderen geerbt habe", sagte Lange in Ranis.

Vor ihm brachte "Ruhrpott-Willi" Edgar Külow die Zuschauer lautstark zum Lachen. In seinem Buch "Ruhrpott-Willi erobert den Osten" berichtet er über den Stammtisch-Politiker Willi Koslowski. "Was wäre erst, wenn Koslowski erst Stadtschreiber in Ranis wäre. Dann säße er wohl mehrmals in der Woche in der Schmiede", schlug Dr. Martin Straub den Bogen zur Lesereihe in Ranis, wie er gleichzeitig die Autoren Külow, Lange und Friedrich Schorlemmer in einem Kreis mit Reiner Kunze und Reinhold Westerheide sah, welche eine Woche zuvor mit einem Lesekonzert in der Raniser Stadtkirche die diesjährigen Autorentage begonnen hatten. "Mit einem lachenden und einem weinenden Auge" beschloss Straub die Lesetage und dankte allen Helfern, Mitwirkenden, Sponsoren und Besuchern. "Ich habe die Hoffnung, dass uns alle die Treue halten mögen. Nicht umsonst sagen uns viele Autoren, dass das Publikum in Ranis besonders aufmerksam ist."