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28.08.2006

Heimlicher Auftakt der Lesesaison

von Oda Riehmer Ostthüringer Zeitung

Teilnehmer der Raniser Sommerwerkstatt präsentieren in Lesekonzert ihre Ergebnisse

Von Oda Riehmer Ranis (OTZ). Zum Lesekonzert luden am Samstagabend die Teilnehmer der Sommerwerkstatt "Sehen, Malen, Schreiben" in das Museum der Burg Ranis ein. Die Veranstaltung war laut Martin Straub, Geschäftsführer des Veranstalters Lese-Zeichen e.V., die heimliche Eröffnung der Lesesaison auf der Burg Ranis, die offiziell erst am 7. September mit Lutz Stückrath beginnt.
Birgit Gottstein und Sebastian Weise-Kusche führten durch den Abend, den die Teilnehmer komplett selbst zusammengestellt hatten. In mehreren Blöcken präsentierten die jungen Literaten ihre Werke, die teilweise auf der Burg entstanden oder dort überarbeitet wurden. Vorgestellt wurden Gedichte, Kurzgeschichten, Liedtexte, Gedanken und Fragmente, gesprochen und gesungen, ohne oder mit Begleitung von Albrecht Berner am Klavier: Alltagsbeobachtungen von der zittrigen Oma oder dem Spaziergang zum Teich; Witziges, wie das Lied vom breiten und gefälligen Mann oder die Geschichte von Leander, den sie hinter seinem Rücken immer Leandertaler nennen; aber auch viele dunkle Gedanken, vom rot-schäumenden Meer in der Badewanne, Chipimplantaten, beendeten Affären, der Menschlichkeit in ihrer abscheulichsten Form und der dunklen Seite in jedem von uns mit dem angeborenen Wissen über Sprengstoff. Das alles machte das Lesekonzert zu einer sehr kurzweiligen und interessanten Veranstaltung, die Lust machte, in Zukunft mehr von den kreativen Köpfen zu lesen.

Die Teilnehmer zwischen 16 und 27 Jahren, die sich nach eigenen Angaben gerade in dem Loch zwischen Studium und der Welt oder aber in der Schule des Lebens befinden, äußerten sich alle sehr zufrieden mit den Ergebnissen der Sommerwerkstatt. Zum Beispiel Tobias Grüterich, der das Publikum mit Aphorismen, wie "Was ich schreibe, lässt sich nicht in Worte fassen.", zum Grinsen brachte: "Ich bin schon zum zweiten Mal dabei und für mich sind die Tage hier immer wie Urlaub: Ich hatte Zeit für Literatur und Textarbeit. Gut finde ich auch die Zusammenstellung der Truppe: Vom Neuling bis zum Profi war hier alles vertreten und wir konnten uns gegenseitig mit konstruktiver Kritik sehr viel helfen."