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08.03.2014

Hannah Dübgen hat in Ranis Roman "Strom" vorgestellt - Autorin las zum ersten Mal auf einer Burg

von Mario Keim Ostthüringer Zeitung

Romanautorin Hannah Dübgen am 6. März in Ranis. Foto: Mario Keim

Hannah Dübgen am Donnerstag vor 30 aufmerksamen Zuhörern auf der Burg in Ranis vor. "Es ist das erste Mal, dass ich auf einer Burg lese", sagte die 36-Jährige, die noch am selben Tag im "hektischen München" unterwegs war und sich anschließend über einen lauwarmen Tag in Ranis freuen konnte.

In ihrem Roman beschreibt Dübgen vier Figuren und nimmt den Leser damit in die Gegenwart mit. Eine Berlinerin in Gaza, eine Japanerin in Paris, ein Amerikaner in Tokio und ein Brasilianer in Tel Aviv: In ihrem virtuosen Debüt lässt Hannah Dübgen Menschen zwischen Kulturen wandeln - sie übergibt sie dem Fluss der Zeit.

Um für ihr Buch zu recherchieren, reiste die Autorin eigens dafür in die jeweiligen Länder, in Japan weilte sie zuvor schon aus beruflichen Gründen.

"Ich habe für einen japanischen Komponisten eine Oper geschrieben", sagte die Frau, die in Oxford, Paris und Berlin Philosophie sowie Literatur- und Musikwissenschaft studiert hat.

Auch deshalb findet sich in "Strom" ein starker Bezug zum Thema Musik, begrüßte Ralf Schönfelder, Projektmanager der Literatur- und Kunstburg Ranis, die Gäste.

Um das Hier und Jetzt spürbar werden zu lassen, berichtet sie beispielsweise auch vom Nahostkonflikt in Israel und taucht so unmittelbar in die Gegenwart ein. "Sie schreibt so leicht und gefällig und mit einer Liebe zum Detail. Man hat Paris richtig vor Augen, wenn sie erzählt. Ich werde das Buch von ihr auf jeden Fall noch lesen", sagte Buchhändler Jürgen Gottstein aus Pößneck.

Über ihre Herangehensweise sagt Hannah Dübgen: "Zuerst habe ich jede Geschichte in groben Zügen entworfen, mich den Charakteren genähert. Dann habe ich die Kapitel aber genau so hintereinander geschrieben, wie sie im Buch erscheinen.

" Am Ende des Buches begegnen sich die Figuren, die aber in der unmittelbaren Handlung nicht aufeinander treffen.

Berufliche Stationen der Frau, die gestern in Jena aus ihrem Buch las, waren unter anderem das Theatre de la Bastille in Paris und die Staatsoper in Stuttgart.

Sie verfasste darüber hinaus ein Schauspiel und schrieb Texte für mehrere Opern.