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14.08.2002

Grottenfee, Zwerg Pumpälz & Co.

TLZ

Geheimnisvolle Gestalten zum Märchen- und Sagenfest

Ranis. (ddp/tlz) Thüringen ist nicht nur das Land der Burgen und Schlösser, sondern auch der Märchen und Sagen. Alte Gemäuer bieten unzähligen sagenhaften Gestalten eine Heimstatt. So spukt die ?weiße Frau? in der Kemenate zu Orlamünde, regiert die Grottenfee in den Saalfelder Feengrotten und Zwerg Pumpälz und andere Geister hausen in den Tälern und Bergen des Thüringer Waldes.
Die Geschichten von diesen und anderen Gestalten sollen beim von der TU präsentierten Thüringer Märchen- und Sagenfest ein breites Publikum finden. Das wird nicht nur an einem Tag oder einem Wochenende im Freistaat gefeiert, sondern fünf Monate lang. Eröffnet wird das Fest am 17. August auf der Burg Ranis. Bis Dezember bietet es mehr als 40 Lesungen, Theateraufführungen und Erzählstunden - meist an nicht alltäglichen Orten.
Das Thüringer Märchen- und Sagenfest ist eine Idee von Tourismus- und Literaturexperten für das Tourismusjahr 2002, das unter dem Motto ?Thüringen sagenhaft - Burgen, Schlösser, Schätze? steht. ?Da Burgen und Schlösser oft Spielort von Märchen und Sagen sind, ist die Idee vom Märchen- und Sagenfest eine nahe liegende gewesen", sagt Martin Straub, Chef des Lesezeichen e. V., der sich der Autoren- und Leseforderung verschrieben hat.
Thüringen erlebe seit der Feier zum 200. Geburtstag des Meininger Märchensammlers und -dichters Ludwig Bechstein im vorigen Jahr eine Märchenrenaissance. ?Nicht nur Kinder lassen sich von alten Märchen in phantasievolle Welten entführen, auch immer mehr Erwachsene unterliegen dem besonderen Reiz dieser Literaturgattung?, berichtet Straub. Stünden bei Schriftstellerlesungen Märchen auf dem Programm, sei ein volles Haus garantiert.
Geschichtenerzähler haben Hochkonjunktur. Von August bis Dezember sind die Besten der Zunft in Thüringen zu erleben - Hansi vom Märchenborn, Andreas vom Rothenbarth, Margarete Möckel, Eva Maria Bollwahn, Alexander Kostinskij und Elisabeth Hochstein sind einige davon.
Sie entführen kleine und große Gäste tief ins Wunderland der Märchen.
Besonderen Reiz bekommen die Lesungen und Aufführungen durch ihre Veranstaltungsorte. Die Johanniterburg in Kühndorf beispielsweise, auf der im 16. Jahrhundert Hexenprozesse stattgefunden haben, gibt die Kulisse für Andreas vom Rothenbarth und seine "Märchen für Verliebte". Auf der Cyriaksburg in Erfurt weht ein Hauch von Orient, wenn Geschichten aus 1001 Nacht erzählt, Spezialitäten der arabischen Küche kredenzt werden und Madame Dschamila Bauchtänze vorführt. Im Schloss Kochberg, wo Goethe Charlotte von Stein anbetete, wird in französischen Märchen von der Liebe erzählt. Untertage, in den farbenprächtigen Saalfelder Feengrotten, werden Grottengeister lebendig, wenn es heißt: "Es war einmal...".

www.thueringen-tourismus.de (unter Veranstaltungen)