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03.11.2006

Gewalt hat heute viele Gesichter

von Frank Quilitzsch TLZ

Thüringer Schriftstellerverband ruft zum Schreibwettbewerb auf

Erfurt/Weimar. (tlz/fqu) Gewalt gehört zum Alltag, und sie hat viele Gesichter: Wir lesen in der Zeitung von Übergriffen auf andere Menschen oder Völker. Wir hören im Radio Schreckensmeldungen über Terror. Wir sehen
allabendlich Bilder der Gewalt im Fernsehen. Freunde und Bekannte berichten von erfahrenem Leid durch erlittene Gewalt, die oftmals Gegengewalt erzeugt.
Gewalt begegnet uns im Internet, in Form von Spielen, auf der Straße, in der Nachbarschaft oder in der eigenen Familie. Aber überall dort, wo Gewalt auftritt und wahrgenommen wird, gibt es auch die andere Erfahrung:
Zärtlichkeit. Liebe. Verständnis. Toleranz. Die Sehnsucht nach einem gewaltfreien Dasein. Den Glauben an eine friedliche Welt.
Gewalt und Zärtlichkeit - unter diesem Motto rufen der Thüringer Verband deutscher Schriftsteller (VS) und der Friedrich-Bödecker-Kreis für Thüringen e. V. zu einem landesweiten Schreibwettbewerb für junge Leute auf. "Schreibt Geschichten und Gedichte darüber, wie ihr Gewalt erfahren habt, sie erlebt, erleidet oder selbst anderen zugefügt habt - vielleicht weil ihr euch nicht
wehren konntet, weil ihr keine Argumente mehr hattet oder Lust an der Macht über andere über euch kam", heißt es in dem Aufruf. Auch das Besserwissen von Erwachsenen kann zur Macht werden, die in Jugendlichen Ohnmacht und Wut
erzeugt. Und wie ist es mit dem Zwang einer Gruppe, zu der man gehören möchte, setzt er nicht mitunter Hemmungen außer Kraft? All das lässt sich auch indirekt darstellen, vielleicht in Form einer Liebesgeschichte oder einer geträumten Utopie. "Macht mit, erzählt, was ihr denkt und fühlt!"
Teilnahmeberechtigt sind junge Leute im Alter von 14 bis 20 Jahren.
Eingesandt werden können Kurzgeschichten von maximal drei Seiten Länge (Umfang ca. 6000 Zeichen) oder bis zu drei Gedichte. Auf der Rückseite jedes Text-Ausdrucks müssen Name, Adresse und Geburtsdatum vermerkt sein.
Nicht Reichtum, sondern Ruhm ernten jene Teilnehmer, die von der Jury als Schreibtalente Thüringens gekürt werden: Ihre Texte erscheinen in einem Buch. Die 30 besten Autoren werden zudem vom 16. bis 19. März zu einer viertägigen Schreibwerkstatt eingeladen, wo sie mit Schriftstellern an ihren Arbeiten feilen können. Der fünfköpfigen Jury gehören an: die Thüringer Schriftsteller Landolf Scherzer (Dietzhausen), Anne Gallinat (Saalfeld), Verena Zeltner (Neuhofen), Ingrid Annel (Tiefenthal bei Erfurt) und Frank
Quilitzsch (Ulla bei Weimar), letzterer auch in Funktion als Kulturredakteur der das Projekt begleitenden TLZ.
Der Thüringer Schreibwettbewerb steht unter der Schirmherrschaft von Kathrin Göring-Eckhardt, Vizepräsidentin des Deutschen Bundestags, und wird von
ver.di, dem DGB und der Friedrich-Ebert-Stiftung gefördert. Mit der Einsendung überträgt der Teilnehmer dem Thüringer Schriftstellerverband bzw. dem Friedrich-Bödecker-Kreis das Recht zur Veröffentlichung, zur Verbreitung und zum Vortrag seines Textes.

Einsendungen sind bis zum 26. Januar 2007 auf dem Postweg zu richten an:
Friedrich-Bödecker-Kreis für Thüringen e. V., Magdeburger Allee 22, 99086
Erfurt. Weitere Infos unter: www.fbk-thueringen.jetzweb.de