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16.04.2013

Geschichten authentisch mit packenden Bildern

von Mario Keim Ostthüringer Zeitung

Dirk Rohrbach kommt mit seiner Livediareportage "Americana" nach Krölpa in die Pinsenberghalle. Foto: privat

Dirk Rohrbach berichtet am Freitag in Krölpa über seine 14.000 Kilometer lange Radtour quer durch die USA. Wir sprachen mit dem Abenteuer-Reisenden über seine Erlebnisse

 

Krölpa (OTZ). Am Montag startet Dirk Rohrbach sein neues Projekt „Highway Junkie“ und bricht von Hanau nach Los Angeles auf. In den USA ist er anschließend sieben Monate mit dem Rad unterwegs. In Krölpa stellt er drei Tage zuvor am 19. April ab 19 Uhr in der Pinsenberghalle im Kulturort Schloss Krölpa seine aktuelle „Americana“-Reportage vor. Wir sprachen mit dem Journalisten, Autor und Fotografen aus Hanau, der schon zwei Mal in Ranis für volle Besucherreihen sorgte.

Herr Rohrbach, drei Tage nach Ihrem Vortrag in Krölpa geht es wieder auf große Amerika-Tour. Sind Sie schon im Reisefieber oder ist es inzwischen Routine?

So was wird zum Glück nie Routine (lacht). Manchmal ist das schöne Reisefieber allerdings durch die intensiven Vorbereitungen und Erledigungen unmittelbar vor Abreise ein wenig getrübt, besonders bei einer so langen Reise, wenn man den Alltag und das Büro in Deutschland für ein halbes Jahr zurücklässt.

Anfang Februar sprachen Sie auf der Raniser Burg vor gut 160 interessierten Besuchern über Ihre Yukon-Reise. Was führt Sie so schnell zurück in den Saale-Orla-Kreis?

Die spontane Einladung vom Verein Lese-Zeichen, dem unsere gemeinsame Veranstaltung auf der Burg genauso gut gefallen hat wie mir. Und die “Americana“-Reportage zur Umrundung Amerikas mit dem Fahrrad ist eine schöne Einstimmung auf die neue Tour - für mich und hoffentlich auch für die Zuschauer.

Sie sind damals mehr als 14.000 Kilometer durch die USA geradelt, ein Land, in dem wegen seiner Dimension ohne Auto vieles gar nicht möglich ist. Wie kamen Sie da zurecht?

Großartig! Weil die Menschen einem Radreisenden trotzdem oder vielleicht auch gerade sehr herzlich und offen begegnen. Da schwang dann vielfach nicht nur Erstaunen über mein Unterwegssein, sondern vor allem der bis heute spürbare Pioniergeist der Amerikaner mit, der immer wieder in überschwänglicher Gastfreundschaft gipfelte. Von diesen außergewöhnlichen Begegnungen am Rand der Highways möchte ich in Krölpa vor allem erzählen.

Ihr Buch „Der Letzte Häuptling“ ist im Verlag Weltsichten von Axel Brümmer und Peter Glöckner erschienen. Haben Sie die Weltumradlung der beiden Saalfelder von 1990 bis 1995 damals verfolgt?

Axel und Peter habe ich erst nach ihrer Weltumrundung kennengelernt. Eine tolle Reise mit vielen inspirierenden Abenteuern. Sowas verbindet mit Menschen, die in ihrem Alltag oder Beruf Ähnliches erleben.


Gibt es unter den Abenteurern und Weltreisenden in Deutschland einen Erfahrungsaustausch oder eine Art Interessengemeinschaft? Oder ist dafür zu wenig Zeit?

Wir sehen uns schon immer wieder mal, meistens während der Vortragssaison im Winter auf verschiedenen Festivals, wenn mehrere Referenten eingeladen sind. Außerdem haben sich viele Kollegen schon vor Jahren in einem Berufsverband zusammengeschlossen, der Gesellschaft für Bild & Vortrag, kurz: GBV. Wir treffen uns einmal im Jahr im hessischen Braunfels zum Austausch und Grillen. Alle zwei Jahre organisiert die GBV dort außerdem die International Vortragsbörse, bei der Referenten und Veranstalter aus Deutschland, Österreich und der Schweiz eingeladen sind.


Seit über 15 Jahren widmen Sie sich den Ureinwohnern Amerikas. Woher resultieren das besondere Engagement zur Unterstützung indigener Völker und die Gründung eines Vereins?

Aus meinen Reisen nach South Dakota seit Mitte der 90er Jahre. Ich war schon bei meiner ersten Reise 1995 schockiert und fasziniert. Einerseits von den brutalen Lebensumständen in den kargen Reservaten der Lakota Sioux und andererseits von ihrem leidenschaftlichen Kampf um den Erhalt ihrer Kultur. Vor zehn Jahren haben wir dann einen Verein zur Unterstützung indigener Völker gegründet, mit dem wir uns seit Jahren bei Sprachprojekten vor Ort engagieren, auch durch Spendenreisen, die ich begleite (www.tatanka-oyate.com)

Wie erklären Sie sich die anhaltend große Nachfrage nach Multimedia-Reportagen auch im ländlichen Raum?

Für mich ist dieses Medium das spannendste und intensivste, um Geschichten zu erzählen. Das Zusammenspiel aus brillanten Fotografien, authentischen Interviewausschnitten und Musik, gepaart mit dem Live-Erlebnis, bei dem der Reisende, der Erzähler, der Abenteurer eben selbst präsent und damit greifbar ist, schafft eine Atmosphäre, die kein Kinofilm und keine TV-Doku erzeugen können. So wird ein Stück weite, fremde Welt für jeden zugänglich, quasi direkt vor der Haustür.