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10.07.2014

Gemeinde ist stolz auf Anerkennung für das Konzept Schloss Krölpa

von Sandra Hoffmann Ostthüringer Zeitung

Das Schloss in Krölpa, erbaut zwischen 1730 und 1740 von Carl August von Brandenstein, ist ein Teil des "Kulturortes Schloss Krölpa", für dessen Architektur- und Nutzungskonzept die Gemeinde ausgezeichnet wurde. Foto: Sandra Hoffmann

Die Gemeinde Krölpa ist für ihr ganzheitliches Architektur- und Nutzungskonzept zum "Kulturort Schloss Krölpa" bei der Vergabe des Denkmalschutzpreises gewürdigt worden. An dem lebendigen Kulturort haben viele Ehrenamtliche einen Anteil.

Krölpa: Innerhalb der Verleihung des diesjährigen Thüringer Denkmalschutzpreises durch Thüringens Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur, Christoph Matschie (SPD), ist einer der insgesamt drei vergebenen Anerkennungspreise nach Krölpa gegangen. Mit diesem wurde die Gemeinde Krölpa für die Sanierung und die Umsetzung des Architektur- und Nutzungskonzeptes zum "Kulturort Schloss Krölpa" gewürdigt.

"Den Preis haben wir für das Gesamtkonzept, sowohl inhaltlich als auch architektonisch, erhalten und wir können stolz darauf sein, dass das Konzept anerkannt wurde", schätzt Siegmar Weise (Freie Wähler), 1."Beigeordneter des Bürgermeisters der Einheitsgemeinde Krölpa, ein. "Das Konzept ist ausgezeichnet worden, obwohl wir noch nicht mit allen Teilen fertig sind", bekommt der Anerkennungspreis für Siegmar Weise noch stärkeres Gewicht. Denn geplant ist noch, die Westfassade des Schlosses zu sanieren. Für dieses Vorhaben konnten im diesjährigen Haushalt der Einheitsgemeinde Krölpa allerdings keine finanziellen Mittel eingestellt werden. Andere Schwerpunkte haben zunächst Vorrang.

Ein Preisgeld ist mit der Anerkennung nicht verbunden, aber allein die Würdigung des Konzeptes sei toll, hielt Siegmar Weise fest. Und vieles, was den Kulturort Schloss Krölpa heute belebe, wäre nicht möglich ohne die vielen fleißigen ehrenamtlichen Helfer im Hintergrund, wie etwa Hausmeister Dietmar Reuschel oder auch die engagierte Gabriele Könitzer, wies der stellvertretende Bürgermeister hin.

"Für den beispielhaften, denkmalschutzrechtlich vorbildlichen und weitsichtigen Umgang zur langfristigen Sicherung des Schlossensembles zum Kulturort Schloss Krölpa" hatte die Untere Denkmalschutzbehörde des Saale-Orla-Kreises die Gemeinde Krölpa für den Thüringer Denkmalschutzpreis 2014 vorgeschlagen. Dank der mutigen Entscheidung des Gemeinderates und des Landkreises zur Sicherung des Schulstandortes mit der Sanierung des Schlosses und dem Neubau der Pinsenberghalle besitze Krölpa ein überregional bedeutendes Denkmalensemble, das mit der Beletage im Schloss und dem modernen, orangerie-artigen Ergänzungsbau sowohl ästhetischen als auch funktional höchsten Ansprüchen genüge, heißt es in der Begründung.

Die Gemeinde Krölpa ist seit dem Jahr 1891 Eigentümerin des zwischen 1730 und 1740 von Carl August von Brandenstein (1704 - 1773) an Stelle eines Vorgängerbaus errichteten Schlosses. Seit dieser Zeit wird das Gebäude als Schule genutzt, deren 1996 im Kreistag ernsthaft diskutierte Schließung durch Bürgermeister Lothar Detko (CDU) und seinen Gemeinderat abgewendet werden konnte.

Krölpa war ab 2004 Förderschwerpunkt in der Dorferneuerung und in diesem Zusammenhang erfolgte die dringende Dachsanierung des Schlosses. Der modernisierte Südflügel für die Grundschule wurde 2006 und der Hauptflügel, die Beletage mit historischem Treppenhaus und Festsaal im Jahr 2007 feierlich eingeweiht.

Die Nutzung des Saales für schulische, öffentliche und private Veranstaltungen geriet bei steigender Nachfrage sehr schnell an Grenzen und so wurde ab 2009 das Gesamtkonzept für den "Kulturort Schloss Krölpa" umgesetzt. Dabei entstanden bis Mitte 2012 die so genannte Pinsenberghalle als Multifunktionshalle für den Schulsport und für Veranstaltungen bis zu einer Kapazität von 230"Plätzen sowie ein moderner Verbindungsbau zum Schloss.

Zwischen 2004 und 2013 investierte die Gemeinde Krölpa in den "Kulturort Schloss Krölpa" 3,4"Millionen Euro. 1,5 Millionen Euro davon finanzierte sie aus eigener Kraft. Fördermittel der Denkmalpflege wurden nicht in Anspruch genommen, hieß es.

Das anfänglich mit viel Skepsis in der Bevölkerung begleitete Bauprojekt ist inzwischen "zu einem vielbeachteten architektonischen Ensemble geworden. Die Grundschule, Vereine, Privatpersonen, Firmen, der Landkreis und die Gemeinde, sie alle nutzen die gelungene Kombination von Alt und Neu in umfänglicher Weise für unterschiedlichste Aktivitäten, von Hochzeiten bis zur Kunstmesse, als Aula oder Theatersaal, für Lesungen, Tagungen, Chorwettbewerbe oder klassische Konzerte", resümierte Landrat Thomas Fügmann (CDU) in seinem Begründungsschreiben zur Vergabe des Denkmalschutzpreises.