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03.04.2010

Geliebt, begehrt, betrogen

von mko Ostthüringer Zeitung

Catalin Dorian Florescu ist unter den deutschsprachigen Autoren genauso ein Insider-Tipp wie es bis vor einem halben Jahr Herta Müller war. Der - wie die Literaturnobelpreisträgerin - im rumänischen Banat geborene Schweizer ist seit vorgestern Erfurter Stadtschreiber und am Donnerstag, 8. April, um 19.30 Uhr auf Burg Ranis zu Gast.
Dort bestreitet er die monatliche Lesung mit seinem jüngsten Roman „Zaira“ (C. H. Beck, 2008). Der Band ist in mehreren gebundenen Auflagen und auch schon als Taschenbuch erschienen, außerdem in fünf Sprachen übersetzt worden. Das erzählerische Werk des 42-jährigen Schriftstellers ist bislang u. a. mit dem Anna-Seghers-Preis gewürdigt und gefördert worden. Bevor er von seiner Literatur leben konnte, wirkte der Psychologe und Psychopathologe als Therapeut in einem Rehabilitationszentrum für Drogenabhängige. „’Zaira’ ist das Buch eines Jahrhunderts voller dramatischer Ereignisse“, stellte Florescu seinen Roman vor. „Man erlebt den Faschismus, den Kommunismus, den Prager Frühling und ein amerikanisches Leben. Das alles bildet den Hintergrund der Biografie einer starken Frau, die geliebt, begehrt und betrogen wird.“ Einen „spannenden Roman“ bescheinigte ihm „Die Welt“ in einer Rezension. Verzaubert von „Zaira“ war sogar Literaturpäpstin Elke Heidenreich, „so etwas Wunderbares“, schwärmte sie mal.