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15.10.2004

Gedichte gegen das allzu Geläufige

von Frank Quilitzsch TLZ

Weimar. (tlz/fqu) Unter dem Motto "Wo aber bleibt die reine Poesie" werden am Sonnabend die Lesekonzerte in der Weimarer Villa Altenburg fortgesetzt. Die Lyriker Jan Volker Röhnert (Jena) und Lutz Seiler (Berlin) werden von Daniel Heide auf dem Flügel begleitet.

Röhnert erhielt im vorigen Jahr den Lyrikdebütpreis des Literarischen Colloquiums Berlin sowie das Walter-Dexel-Stipendium der Stadtwerke Jena-Pößneck und der Stadt Jena. Der wissenschaftliche Mitarbeiter am Institut für germanistische Literaturwissenschaft der Jenaer Universität sei mit einem "erklärten Schreib- und Formungswillen angetreten", schrieb Wulf Kirsten. "Seine Gedichte machen Front gegen das allzu Geläufige ... mit dem Bewusstsein, dass jede Generation aus dem ihr eigenen Lebensgefühl heraus Schönheit neu erfinden muss." Dies trifft in vielerlei Hinsicht auch auf den Älteren, Lutz Seiler, zu. Mit dem Band "pechblende", 2000 bei Suhrkamp erschienen, schaffte er seinen endgültigen Durchbruch. Mit hoher Sprachkunst versichert er sich nicht allein eigener Biografie, sondern damit verbunden auch Landschaftlichem und Politischem. Sein letzter Band "vierzig kilometer nacht" lebt von einer eindrucksvollen, feinnervigen poetischen Erinnerungsarbeit an das Land seiner Herkunft.

Die Lesekonzerte werden vom Kulturamt Weimar, der Stiftung Weimarer Klassik, der Hochschule für Musik, der Bosch-Stiftung und vom Jenaer Lese-Zeichen e.V. getragen.

! Sonnabend, 17 Uhr, Villa Altenburg, Weimar (Jenaer Straße 3)