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14.03.2008

Forum soll Burg mit Leben füllen

von Sandra Hoffmann Ostthüringer Zeitung

Sanierter Südflügel der Burg Ranis mit Festakt an Lese-Zeichen e.V. übergeben

Von OTZ-Redakteurin Sandra Hoffmann Ranis. Ein Forum für Kunst und Literatur soll Leben in die Burg Ranis einziehen lassen. Dafür geeignete Säle, Vortrags- und Seminarräume bietet der Südflügel der Burg, der gestern nach jahrelanger Sanierung mit einem Festakt an den Lese-Zeichen e.V. übergeben wurde. Mit dem Forum soll die Arbeit des Vereins weiter als unter der bisherigen Bezeichnung Literaturakademie gefasst werden, hieß es.
"Als Forum soll die Burg kultureller Mittelpunkt Thüringens werden", sagte Dr. Helmut-Eberhard Paulus, Direktor der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, die Inhaberin der Burg ist. Hier sei die gesamte Region gefragt. Ausdrücklich seien neben dem Lese-Zeichen e.V., mit dem die Stiftung seit elf Jahren zusammenarbeitet, weitere Partner auf der Burg erwünscht, so der Stiftungsdirektor.

Auf die bisherigen Besucherzahlen sah der kürzlich in den Ruhestand gewechselte Geschäftsführer des Lese-Zeichen e.V., Dr. Martin Straub, mit Freude. "Wir finden hier ein großes Publikum, weil es noch keine Übersättigung an Veranstaltungen gibt", begründete er in gleichem Atemzug. Zudem gebe es hier noch Neugier auf Autoren, deren Namen nicht so bekannt seien. Um mehr Veranstaltungen durchzuführen, brauche die Burg aber ein eigenes Veranstaltungsmanagement, wies Dr. Martin Straub hin. Es brauche Erfahrung und persönliche Kontakte. "Der Verein allein kann das in dieser Größe nicht schaffen", machte er aufmerksam. "Ich denke, wir haben noch Ressourcen im Zusammengehen von Wirtschaft und öffentlicher Hand."

Froh über ein Forum, das Kunst und Literatur verbinde, äußerte sich Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus, der viele gute Veranstaltungen mit "Magnetwirkung" wünschte. Lob für den "fantastischen Ausbau" des Südflügels sprach Andreas von Stechow, Botschafter der Bundesrepublik in Bern, aus, dessen Großmutter die letzte Breitenbuch gewesen sei, die auf der Burg wohnte.

Den Südflügel der Burg Ranis für das Kunst- und Literaturforum zu sanieren und nutzbar zu machen, sei nur möglich geworden, weil das Projekt in das Europäische Programm zur regionalen Entwicklung (EFRE) einge- stellt werden konnte, so Dr. Helmut-Eberhard Paulus. Insgesamt flossen 3,4 Millionen Euro, um den Südflügel statisch zu ertüchtigen, den Schwamm zu beseitigen, den Brandschutz zu gewährleisten, die Haustechnik und die sanitären Anlagen auf den aktuellen Stand zu bringen. Die Hälfte der Gesamtsumme konnte dabei aus EFRE-Mitteln abgedeckt werden, die andere Hälfte übernahm die Stiftung.Die neuen Räume öffnen verbesserte Möglich- keiten, stellen aber auch vor Herausforderungen.

Andreas Gliesing, Bürgermeister der Stadt Ranis