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11.02.2013

Förderer der Thüringer Literatur gewürdigt

von Annerose Kirchner Ostthüringer Zeitung

Kultusminister Christoph Matschie und Jubilar Dr. Martin Straub. Foto: Annerose Kirchner

 

Jenaer Literaturwissenschaftler Martin Straub wurde anlässlich seines 70. Geburtstags mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt.

Gera. Von wortreichen Elogen und ellenlangen Dankesreden hält Martin Straub nicht viel. Am gestrigen Sonntag konnte er sich davor aber nicht drücken. Anlass: der 70. Geburtstag und die Ehrung mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande durch Thüringens Kultusminister Christoph Matschie (SPD).

Im Café Central am Jenaer Markt wurde dem Literaturwissenschaftler und Kulturmanager fast hundertfach gratuliert, von Mitstreitern, Weggefährten und Freunden, die alle die Liebe zu Büchern, zu Literatur und Kunst verbindet. Die Literaturlandschaft in Thüringen ist ohne Martin Straub nicht denkbar.

Der gebürtige Dresdner rief 1993 das Thüringer Regionalbüro der Stiftung Lesen ins Leben und begründete vor 15 Jahren den Lese-Zeichen e. V.

Dieses "Thüringer Büro zur Förderung von Literatur und Kunst" trägt nicht nur - in Zusammenarbeit mit dem Verband deutscher Schriftsteller - die hochkarätigen Literaturtage auf Burg Ranis und den Jenaer Lesemarathon aus. Die Zahl der jährlichen Veranstaltungen beläuft sich inzwischen auf über 200, darunter Autorenlesungen, Podiumsdiskussionen, Märchentage, Schreibwerkstätten und Konzerte.

Martin Straub hat dafür die Grundlagen gelegt, in dem er Institutionen, wie Bibliotheken, Stiftungen und Bildungseinrichtungen vernetzte und auf Sponsorensuche ging. Er fördere, so Matschie, die "Thüringer Literaturlandschaft mit einer Leidenschaft, die weit über das normale Maß bürgerschaftlichen Engagements hinaus geht. Drei Dinge zeichnen ihn dabei besonders aus: Die Liebe zur Literatur, große Kreativität und eine engagierte Nachwuchsförderung."

Stillstand ist ein Fremdwort für "Bruder Martin", wie ihn Freunde nennen. Er ist immer irgendwie unterwegs, frönt dem Laufsport auf langer Strecke in den Kernbergen von Jena, gehört dem Thüringer Literaturquintett (TLQ) an und arbeitet publizistisch. Sein Leben ist fest mit Jena verbunden, hier hat der gelernte Elektromechaniker Germanistik und Geschichte studiert, an der FSU in der Sektion Literaturwissenschaften gearbeitet und habilitiert.

Er sagt, allein hätte er diese zahllosen Lesezeichen-Projekte nicht stemmen können. Ohne Leute, die mitmachen, geht es nicht. Oft ist Martin Straub im Vereinsbüro anzutreffen, nach dem langjährigen Vorsitz gibt er nun im Ehrenamt seine Erfahrungen weiter.