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11.04.2015

Filmregisseur Andres Dresen kommt mit einer Lesung zu den Feierlichkeiten der Bücherei nach Greiz

von Melanie Riedel Ostthüringer Zeitung

Die regelmäßige Bibliothektsbesucherin Manuela Anders schmökert in einem Buch. Foto: Melanie Riedel

In der kommenden Woche beginnt in Greiz wieder eine spezielle Zeit des Lesens, die am 29. April mit dem 85. Jubiläum der Bibliothek Greiz sowie mit zwei besonderen Veranstaltungen enden wird.

Greiz. Beginnen wird die Woche des Lesens der Stadt- und Kreisbibliothek am Dienstag mit dem Rezitatoren-Wettstreit der Lessing-Regelschule um 13.15 Uhr. Dieser wird dieses Jahr erstmals öffentlich stattfinden. Die 28 teilnehmenden Schüler werden von einem der besten Deutschschüler der Lessingschule, Lehrerin Frau Rausch und der Leiterin der Bibliothek Corina Gutmann bewertet. Die Preise stellt die Bücherhandlung Bücherwurm zur Verfügung. Die Themen der Texte werden sich altersspezifisch unterscheiden. Bei jüngeren Schülern stehen Tiere und Alltagssituationen im Vordergrund, während ältere meist Balladen oder Stadtgedichte vortragen.

Schon 17 Uhr geht das Programm weiter mit einem Vortrag von Friedrich Denk in der Greizer Bibliothek zu dem Thema „Warum Lesen glücklich macht“. Friedrich Denk, Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste, möchte im Gespräch über die Wichtigkeit des Lesens für Kinder aufklären und Eltern den Weg ihrer Kinder zum Buch weisen.

Rezitatorenwettbewerb der Grundschulen

Am Mittwoch wird dann um 8.30 Uhr die Leseolympiade der Grundschulen stattfinden, bei der sich die besten Deutschschüler aller Greizer Grundschulen in verschiedenen Stationen miteinander messen.

In der Woche darauf werden vom 20. bis 24. April, jeweils 9?Uhr, am Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag Lesungen für die zweiten und dritten Klassen stattfinden. Unter dem Motto „Wer liest, kommt überall hin!“ werden die Kinder in fremde Länder und Kulturen eingeführt.

Am Freitag, 24. April, steht dann der Rezitatorenwettbewerb der Grundschulen ab 15?Uhr auf dem Programm. „Dort werden die besten Leser der dritten und vierten Klassen Gedichte vortragen“, so Corina Gutmann. „Die Kinder spielen ihre Texte regelrecht vor. Es ist zuckersüß.“

Das große Finale bildet das 85. Jubiläum der Bibliothek Greiz, welches am 29. April gefeiert werden soll. Die erste Leihbücherei der Stadt Greiz wurde mit 2800 Büchern bereits am 27. April 1930 in den Räumen des Unteren Schlosses eröffnet. „Die Geschichte der Bibliothek ist besonders eine Umzugsgeschichte. Die Bücherei befindet sich erst seit 1993 am heutigen Standort“, erzählt Gutmann. Mittlerweile bietet die Stadtbibliothek rund 70 000 Medien verschiedenster Quellen und wurde 2006 mit dem Thüringer Bibliothekspreis und 2014 mit dem ersten Platz beim Deutschen Lesepreis geehrt.

Zur Feier des Tages werden am 29. April zwei Veranstaltungen der besonderen Art stattfinden. Ab 13.30 Uhr kommt Sven Pawlitschko alias Herr Wolke in die Bücherei Greiz, um Grundschulkindern eine interaktive Lese- und Zaubershow zu bieten. Als Clown und Unterhalter war Pawlitschko bereits auf den Bühnen von Cirque du Soleil und Legoland Deutschland zu erleben. Jahrelang half er rheuma-, mukoviszidose- und tumorkranken Kindern dabei, ihr Schicksal für eine gewisse Zeit zu vergessen. Zahlreiche Herr-Wolke-Bücher helfen Kindern bei Themen wie Freundschaft, Trennung der Eltern, Einschlafen oder Ernährung. Nach Greiz kommt er mit seinem Buch „Beduinen, Reis und Kardamom“ und will eine Brücke zu Menschen aus fremden Kulturen schlagen.

Um 19 Uhr kann man dann im Kinocenter UT 99 Greiz eine Lesung von Andreas Dresen erleben. Dieser zählt zu den international bekanntesten Regisseuren des deutschen Kinos. In dem Buch „Glücksspiel“ von Hans-Dieter Schütt spricht er erstmals ausführlich über seine Biographie und seine künstlerische Arbeit. Die Lesung ist nicht nur Abschluss der Lesewoche und Feierlichkeit für das 85. Jubiläum, sondern gilt auch als Auftakt der Literatur- und Autorentage.

Im Anschluss an Lesung und Gespräch mit Andreas Dresen und Hans-Dieter Schütt wird Dresens Film „Als wir träumten“ gezeigt, der ein offizieller Wettbewerbsbeitrag der 65. Internationalen Filmfestspiele Berlin 2015 war. Der Film handelt von Jugendlichen der Wendezeit. „Meiner Meinung nach, müssen Lesungen zeitgemäßer werden und Rahmen sprengen, um Leute anzuziehen“, so Gutmann.

Im November wird Clemens Meyer, der Autor von „Als wir träumten“, mit seinem Werk „Im Stein“ zu einer Lesung nach Greiz kommen. „Damit schließt sich dann wieder ein Kreis“, freut sich die Bibliotheksleiterin.