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09.02.2004

Fesselndes aus Leben der Indianer

von Mario Keim Ostthüringer Zeitung

Viele Literaturfans bei Antje Babendererde

Antje Babendererde aus Liebengrün las am Donnerstag vor voll besetzten Stuhlreihen im Galeriesaal des Raniser Burgmuseums. Nicht nur der Heimvorteil brachte der Autorin einen solch großen Zuspruch von 70 Gästen. Während das Buch "Wundes Land", aus dem die 40-Jährige vortrug, Anfang 2000 als Fortsetzungsroman in der OTZ erschienen ist, begann genau am Tag der Lesung an gleicher Stelle der Vorabdruck ihres sechsten Romanes "Der Nachtfalke".

Auch darin bleibt Antje Babendererde ihrem Anspruch treu und widmet sich beim Schreiben dem Leben der Indianer in Nordamerika. Mit diesen einfühlsamen wie auch fesselnden Erzählungen hat sie sich nicht nur einen großen Fankreis unter den Literaturfreunden erobert. "Dadurch habe ich auch viele Menschen kennen gelernt, die sich für Indianer interessieren." Mit sensibler Sprache hält sie den Spannungsbogen bis zur letzten Zeile und erreichte dabei auch in Ranis, dass das Publikum mit eiserner Disziplin ihren Ausführungen folgte. Wunderschön auch ihre Begabung für Sprache ("Nur glauben, was man sieht, ist keine Garantie für gesunden Menschenverstand", "Wir hockten in einer finsteren Höhle des Schweigens").

Antje Babendererde, die bereits zum zweiten Mal in Ranis las, gehört zugleich zu den treuesten Besuchern der seit 1997 begonnenen Veranstaltungsreihe. "Als Besucher kann man natürlich entspannter genießen", sagte sie deshalb zu Beginn. Von Nervosität war im weiteren Verlauf des Abends, bei dem auch einige Zeit für Fragen aus dem Publikum war, keine Spur. "Sie bringt die Probleme der Indianer in Vergangenheit und Gegenwart prima rüber", sagt die Pößnecker Buchhändlerin Katrin Gottstein und schätzt, dass damit weitere Bücher einer Autorin aus der hiesigen Region in den Regalen ihren Platz finden. "Wir haben noch nie einen Flop erlebt", resümierte am Ende der Lesung Dr. Martin Straub vom Lesezeichen e.V., in dessen Reihen Antje Babendererde ebenfalls Mitglied ist.