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05.03.2003

Etat bringt Weber ins Wanken

von Barbara Glasser TLZ

Jena. (tlz) "Die Weber", das Theaterhaus-Spektakel zu Beginn der Kulturarena, sind ins Wanken geraten. Denn bislang gibt es keine Nachricht aus Erfurt über die so genannte Bewirtschaftungsreserve. Das heißt, es bleibt bei einer 15-prozentigen Sperre der Landeszuschüsse fürs Theaterhaus, also 105 000 Euro weniger im Etat des Theaterhauses. "Bleibt es so, dann heißt das nicht nur: Wir machen die Weber nicht - und damit ist gut. Nein, die fehlende Summe würde viel tiefere Einschnitte in die Arbeit des Theaterhauses bedeuten", sagt Roman Rösener, Geschäftsführer des Theaterhauses.

Die Information von der 15-Prozent-Sperre hatte das Theaterhaus schon zu Beginn dieses Jahres. Doch herrschte damals noch Optimismus, Signale aus Erfurt besagten, dass die Sperre bis Ende Februar aufgehoben oder die Sperrsumme reduziert wird. Bislang aber gibt es keine neuen Nachrichten aus dem Kunstministerium. "Das Spannende dabei ist, dass das Kunstfest in Weimar am vorigen Freitag Bescheid bekommen hat, dort wurde eine Lösung gefunden. Warum geht das fürs Kunstfest, für uns aber nicht?" Aus Röseners Sicht müsse das Kunstministerium darauf hinwirken, dass das Theaterhaus nun auch klare Finanzangaben bekommt oder eingeordnet wird in die Reihe aller anderen Theater des Freistaats, die Verträge mit dem Land haben, also in einer vergleichsweise komfortablen Situation sind.

Die Jenaer Theaterleute werden jetzt versuchen, die Öffentlichkeit für die Finanzmisere zu sensibilisieren und Verbündete zu finden. "Wir sind ein hoch vitaler Betrieb und wollen die Arbeit in der jetzigen Qualität fortführen", sagt Rösener. Er sei immer noch optimistisch, dass sich das Ministerium bewegen wird. Bis zum 19. März werden die Theaterleute noch warten. Dann fällt die Entscheidung, ob die "Weber" kommen oder wegbleiben.