Presse - Details

 
26.11.2005

'Es war einmal' wirkt in die Zukunft

von Ulrich Krause TLZ

Erfurt. (tlz) Ganz tief in die Welt der Märchen tauchten gestern die Teilnehmer des Sponsorenessens für die Märchentage 2006 im Erfurter InterCityHotel ein. Ein festliches Menü, alte und neue Geschichten aus dem Reich der Phantasie und die Gewissheit, auch im kommenden Jahr alle kleinen und großen Thüringer für die Welt der Märchen begeistern zu können, gaben dem Abend sein ganz besonderes Gepräge.

"Märchen sind lehrreich", gab TLZ-Chefredakteur Hans Hoffmeister zu bedenken, als er die Gäste der von der TLZ initiierten Veranstaltung begrüßte. Und sie regen zum Nachdenken und auch dazu an, selbst zum Stift zu greifen und der eigenen Phantasie freien Raum zu lassen. Geschichte und Geschichten habe sich die TLZ seit Jahren geöffnet, unter anderem bei Schreibwettbewerben an den Thüringer Schulen und ihnen prominente Plätze in der Zeitung gegeben bis hin zur Kulturbeilage "Treffpunkt", die schon zu DDR-Zeiten Furore machte. "Wir befinden uns mit den Erzählern in dieser Hinsicht auf einer Wellenlänge", bekräftigte Hoffmeister. Als kleines Dankeschön stellte er drei der neuen TLZ-Andersen-Bücher und zwei TLZ-Käuze zur Verfügung, die am Abend versteigert wurden.

"Märchenhaft an den Märchentagen sind nicht nur die Märchen, sondern märchenhaft ist, wer sich da alles zu ihrem Gedeihen zusammenfindet", lobte Martin Straub, Vorsitzender des Lese-Zeichen e.V., einer der Mitinitiatoren der Märchentage. Und er konstruierte einen Märchenzug, der durch das Thüringer Land geht. "Voran ginge der Kultusminister, mit ihm Hoffmeister mit seiner TLZ, Direktor Kramer vom InterCity mit seinem Personal und einem Koch, den man nicht aus einem 100-jährigen Schlaf wecken muss, natürlich kommen Frau Grönegres, Chefin der Tourismus GmbH, und die vielen Märchenerzählerinnen und Märchenerzähler mit", freute sich Straub. Während der Märchentage habe das "es war einmal" seine Vergangenheit verloren, es gewinne Zukunft, weil es in den großen und kleinen Leuten weiterlebt.

Natürlich standen beim Sponsorenessen die Geschichten im Mittelpunkt, um die es eigentlich geht: die Märchen. Andreas vom Rothenbarth rief Andersen-Klassiker in Erinnerung.

Deutlich ins Gesicht geschrieben stand die Freude dem Thüringer Kultusminister Jens Goebel. Auch er erzählte ein Märchen, aber ein ganz neues. Geschrieben hat es der Meininger Schüler Maximilian Eisenacher. Vor vier Jahren erhielt Maximilian - damals besuchte er die vierte Klasse - für "Vom kleinen und vom großen König" beim Erzählwettbewerb der Märchentage in Meiningen einen Preis. In der Geschichte geht es um den faulen großen König, der den ganzen Unrat seines Reiches in den Fluss wirft, der in das Reich des kleinen Königs fließt. Dieser Unrat verstopft das E-Werk, so dass im kleinen Reich alle Lichter ausgehen. Daraufhin schickt der kleine König alle seine Untertanen in Urlaub. Doch auch bei dem großen König wurde es dunkel, weil der ja zu faul gewesen war, ein eigenes Kraftwerk zu bauen. Nun konnte er nicht mehr seine geliebten Computerspiele spielen. Die Armee, die den kleinen König zur Stromabgabe zwingen sollte, konnte nicht schießen, weil auch die Kanonen keinen Strom hatten. Also räumte die Armee den Unrat weg, der große König sah nun "auf der hell erleuchteten königlichen Toilette" keinen Sinn im Krieg mehr und zog seine Truppen ab.

Für solche Geschichten und Geschichtenschreiber weiterhin etwas zu tun, das lohnt sich, sagt unser Märchenzug, um mit Straubs Worten zu sprechen. "Und so ziehen sie weiter durch das Land". Und das wird auch so bleiben, sind sich die Sponsoren einig.