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14.11.2005

Ernst Lustig ging auf die vorletzte Etappe

von Stephan Laudien TLZ

Jena. (tlz) Der 11. Jenaer Lesemarathon ist seit gestern Abend Geschichte. Das Finale vor vollem Haus bestritt Harry Rowohlt, ein begnadeter Wortjongleur und charmanter Erzähler, für dessen Auftritt der große Saal des Volkshauses gemietet wurde.

"Wir können alles in allem ein positives Fazit des diesjährigen Marathons ziehen", sagte Dr. Annette Kasper, die Leiterin der Ernst-Abbe-Bücherei, am Wochenende. Es habe sich bewährt, Jahr für Jahr große Namen einzuladen, dazu weniger bekannte Autoren oder Debütanten. Entsprechend sahen die Besucherzahlen aus. Bei Rowohlt und Manfred Krug/Uschi Brüning waren je 600 Gäste gekommen, Landolf Scherzer und Wolfgang Leonhard zogen je etwa 200 Neugierige an.

Dr. Martin Straub vom Verein Lese-Zeichen sagte, enttäuschend seien die Besucherzahlen bei F.C. Delius, Matthias Politycki und Ursula Martin gewesen. "Der Abend mit Delius war wunderbar", sagte Straub, der für die manchmal geringe Resonanz keine Erklärung hat. Dennoch, das Fazit bleibt ein positives, und im nächsten Jahr wird es wieder einen Lesemarathon geben. Bewährt habe sich auch der Kreis von Veranstaltern, zu denen die Ernst-Abbe-Bücherei, der Lese-Zeichen e.V., die Uni-Buchhandlung, das F-Haus und der Lesehallen-Verein gehören.

Am Samstagabend hatte Steffen Mensching etwa 70 Besucher im Raum 10 der Bücherei vortrefflich unterhalten. Er las aus "Lustigs Flucht", einem Roman über den Literaturwissenschaftler Ernst Lustig, der sich in seiner Wohnung vergräbt, um eine Schiller-Biografie fertigzustellen. Doch immer wieder klopft das Leben an Lustigs Tür, und die Erinnerungen lassen sich nicht einsperren.