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08.06.2012

Eisenacher Autorin erhält Thüringer Literaturstipendium

von Karsten Jauch Thüringer Allgemeine

Die diesjährige Preisträgerin des Thüringer Literaturstipendiums, Daniela Danz. Foto: Marco Kneise

 

 

Mit einem Festakt im Haus Dacheröden in Erfurt ist Donnerstag zum vierten Mal das Thüringer Literaturstipendium vergeben worden, das nach dem 2001 verstorbenen Thüringer Lyriker Harald Gerlach benannt ist.

Erfurt. Der mit 12.900 Euro dotierte Preis ging an die 1976 in Eisenach geborene Autorin Daniela Danz, die vor zehn Jahren bereits Preisträgerin des Jungen Literaturforums Hessen-Thüringen war, derzeit an der Universität Hildesheim lehrt und inzwischen mit ihrer Familie in Kranichfeld lebt. Kulturstaatssekretär Thomas Deufel (SPD) verwies in seiner Ansprache auf die Notwendigkeit staatlicher Literaturförderung, innerhalb der das Harald-Gerlach-Stipendium ein wichtiger Bestandteil sei. In der Jury-Begründung, die Sylvia Bräsel, Literaturwissenschaftlerin an der Universität Erfurt, vortrug, wurden die beiden Lyrikbände Daniela Danz' gewürdigt, die 2004 und 2009 erschienen sind. Das Urteil sei einstimmig gefallen. Die Texte, die sich zunächst den geographischen Linien in Mitteldeutschland und später dem Schwarzen Meer als Kulturraum näherten, bewegen sich "im Transitraum der Historien". Daniela Danz wandere zwischen Europa und Asien, zwischen Ovid und Hölderlin. Die Worte haben dabei eine "ertastende Sprache" gefunden. Sie habe sich so "ein eigenes poetisches Idiom" erarbeitet, führte Sylvia Bräsel fort, und somit dem Leser eine "Erinnerungstiefe" eröffnet.

In dem jetzt vorbereiteten dritten Gedichtband will sich Daniela Danz in einem Zyklus den geschlossenen Gesellschaften in China und dem Iran widmen. Die poetische Suche soll vor dem öffentlichen Diskurs stattfinden. Vor dem Hintergrund der Globalisierung soll dabei das steigende Bedürfnis nach einer privaten Grenzziehung reflektiert werden. Als Beispiel führte Sylvia Bräsel folgenden Vers an: "Und schließlich sind auch das die Berge, die Züge eines Mannes, der im Sterben liegt." Dass Harald Gerlach nicht nur eine literarische Inspiration ist, sondern auch ein direktes Vorbild sei, führte Daniela Danz in ihrem Dank aus. Zurückgekehrt nach Thüringen, wolle sie nun auch etwas über der Landstrich um Kranichfeld schreiben. "Ich hoffe, dass ich der Landschaft, der ich vorhabe zu dienen, etwas zufügen kann", sagte Daniela Danz. Anfang 2014 soll der Lyrikband erscheinen.