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06.02.2010

Einfühlsam und zugleich packend


Ranis (OTZ/Stefan Eim) Am Donnerstagabend las Antje Babendererde auf der Burg Ranis aus ihrem 2009 erschienenen Krimi "Starlight Blues: In der Kälte der Nacht". Über 40 Zuhörer trotzten den winterlichen Straßenwidrigkeiten und kamen zu der vom Verein Lese-Zeichen organisierten Lesung. Der Weg auf die Burg hatte sich aber auch gelohnt. Die Thüringer Autorin begeisterte mit ihrer spannungsvoll vorgetragenen Kriminalgeschichte um den indianischen Privatdetektiv Adam Cameron, der beauftragt wird, den Jahre zurückliegenden mysteriösen Erfrierungstod eines jungen Indianerjungen im kanadischen Winnipeg neu aufzurollen. Doch es ist nicht nur der klirrend kalte Winter, der dem Detektiv bei seinen unbequemen Recherchen frostig entgegenschlägt. Ein Geflecht aus behördlicher Vertuschung und abgründigem Rassismus aufdeckend, gerät Cameron selbst in einen lebensbedrohlichen Gefahrenstrudel. Die vor allem durch ihre im nordamerikanischen Indianerumfeld situierten Jugendbücher bekannt gewordene Autorin betritt mit "Starlight Blues" gekonnt neues literarisches Terrain. Sie präsentierte am Donnerstag einen einfühlsamen und zugleich packenden Text, der jenseits von gängigen Klischees Einblicke in die Situation der Indianer im gegenwärtigen Kanada gewährt. Den von ihren Zuhörern auf Ranis ersehnten Ausgang der Geschichte verriet die Autorin natürlich nicht. Jedoch entließ sie ihr gespanntes Publikum vom kalten Kanada in die winterliche Thüringer Realität nicht ohne zu verraten, dass Cameron bereits an einem neuen Fall arbeitet.