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10.12.2003

Ein etwas anderer Blick auf Ranis

von S.B. Ostthüringer Zeitung

Ergebnisse eines Arbeitstreffens in Galerie Westerheide und als Buch

Ranis (OTZ/S.B.). Sechs Schriftsteller und sieben bildende Künstler treffen sich im September auf Burg Ranis. In einem Workshop nähern sie sich - jeder auf seine Weise - der Burg, der Stadt und dem Land. Eine "Raniser Rhapsodie" entsteht in den Gedanken des Publizisten Kai Agthe, Matthias Berner, der Holzschneider und Maler aus Wurzbach, schafft seine "Ranisräume", Sergej Uchatsch, in Jena lebender Grafiker, beobachtet seine Kollegen und bringt sie auf Papier. Ein langgehegter Wunsch des Lese-Zeichen e. V. sei es gewesen, dieses Arbeitstreffen auf Burg Ranis anzubieten und die Künstler zusammenzubringen, erklärt Dr. Martin Straub, der Geschäftsführer des Vereines.

Noch einmal hat am ersten Dezemberwochenende die Raniser Galerie Westerheide die bildenden Künstler und die Autoren vereint: Zur Vernissage der neuen Ausstellung "Weitere Aussichten". Fast alle der Dreizehn waren in die kleine Villa am Fuße der Burg gekommen, um ihre Arbeiten vorzustellen, von denen Galeristin Marianne Westerheide schwärmte: "Sie zeigen einen etwas anderen Blick auf Ranis." Einen Teil der Werke habe sie während des Entstehens beobachten können. Die Arbeitsergebnisse hätten unterschiedlicher nicht ausfallen können.

Und das zeigt die neue Ausstellung sehr deutlich. So sind Bettina Schünemanns Ölbilder zu entdecken, die in ihrer Farbigkeit einen herben Kontrast zu Anna Akbars Kalligraphien bilden. Nicht anders verhält es sich - natürlich - bei den Poeten: Matthias Biskupek, der Satiriker aus Rudolstadt und auch einer der Gestalter der alljährlichen Sommerwerkstatt für junge Leute auf der Burg, beschreibt "Warum machen wir was wir machen" in seiner "Sinfonietta Ranissima". Die Geraerin Annerose Kirchner hingegen nähert sich in "(K)ein Lama in Ranis" einem kleinen Familienzirkus auf der Reise durch die Region.

Nun überraschen in der neuen Ausstellung nicht nur die "Wort- und Textbilder", so beschreibt es der Ausstellungs-Untertitel, sondern auch ein weiteres Ergebnis des Arbeitstreffens: "Sie können die heutige Ausstellung mit nach Hause nehmen", kündigte Dr. Martin Straub einen im Glaux Verlag Jena erschienenen Katalog an, der alle 13 Künstler und ihre Arbeiten noch einmal zusammenfasst und Ranis auf eine wiederum besondere Weise in den Mittelpunkt stellt.