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26.06.2004

Ein Dichter, Anarchist und Pazifist

Ostthüringer Zeitung

Literarischer Abend über Erich Mühsam am 1. Juli im Cafe Wagner

Ein Abend über den Anarchisten und Brettldichter Erich Mühsam (1878-1934) findet am 1. Juli 2004, 20 Uhr im "Cafe Wagner" statt. Es sprechen, lesen und spielen der Schriftsteller Wulf Kirsten (Weimar), der Schriftsteller Matthias Biskupek (Rudolstadt/Berlin), der Vorleser Martin Stiebert (Jena) und die Pianistin Susan Breitling (Jena).
Erich Mühsam, Vertreter eines literarischen Anarchismus, der sich immer wieder gegen Normen und Zwänge ausspricht und sein Wort auch lebt. Zugleich ist er ein Mann von tiefem sozialen Gerechtigkeitsgefühl, ein konsequenter Pazifist und Antimilitarist. Als Autor ist er facettenreich und vielseitig. Er schreibt Theaterstücke, Gedichte, Kabarett-Texte, Essays, Satiren, herrliche Schüttelreime voller Witz und Ironie und, nicht zu vergessen, seine Liebesgedichte.
Erich Mühsam gehört zu den politischen Leitfiguren der Münchner Räterepublik. Für Leben und Schreiben muß er immer wieder büßen. 1919 wird er zu 15 Jahren Festungshaft verurteilt,
nach fünf Jahren freigelassen. Am Tag des Reichstagsbrandes verhaftet ihn die SA. Das KZ Sonnenburg, das Gefängnis Berlin-Plötzensee, das Zuchthaus Brandenburg sind für ihn furchtbare Leidensstationen. Am 10. Juli 1934, also vor 70 Jahren, kommt er im KZ Oranienburg zu Tode.
Etwas von seinem Werk soll an diesem Abend zu Gehör gebracht werden. Veranstalter sind die Landeszentrale für politische Bildung, Cafe Wagner und Lese-Zeichen e. V., die dazu herzlich , einladen.