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14.07.2012

Durch den Märchenwald in Wort und Klang

von Diana Döll Thüringer Allgemeine

Elisabeth Büttner, Antje und Martin Schneider sowie Gabriele Müller lebten das Motto des Abends literarisch wie musikalisch. Foto: Diana Döll

Eine Lesung mit Bäumen zum Thema fehlte bislang noch in der "Literatur-und Musik"-Reihe am Baumkronenpfad. Thiemsburg. Wie er wächst und gedeiht, hängt von seiner Umwelt, den Bedingungen seines Lebensraums ab. Ist er stämmig, ist er tief verwurzelt oder ist er leicht zu entwurzeln? - "Im Baum findet der Mensch sein schönstes Gleichnis." Mit diesen Worten begrüßten Antje und Martin Schneider ihr Publikum zur dritten Veranstaltung von Literatur und Musik am Baumkronenpfad.

Die tiefe Verbundenheit des Ehepaares zu den Bäumen wurde nicht nur durch die oft und gerne ins Programm eingeflochteten Baummetaphern aus dem Sprachschatz des Alltags deutlich. Auf einen grünen Zweig mit der Zuhörerschaft kamen beide vor allem durch das wertvolle Allgemeinwissen, dass sie zu vermitteln verstanden und mit dem sie zum Nachdenken über heutige Werte und die Schätzung älterer anregten.

Der 74-jährige Martin Schneider studierte Germanistik und Musikwissenschaft und betätigt sich bis heute als Opernregisseur und Professor für szenischen Unterricht an der Hochschule für Musik in Berlin. Die acht Jahre jüngere Antje Schneider arbeitete als Buch- und Musikhändlerin und nebenbei beim Rundfunk. Beide sind sowohl als Autoren, als auch als Interpreten musikalisch-literarischer Programme tätig.

In diesem Sinne lasen sie weniger aus selbst verfassten Texten, sondern stellten gesammelte, selbst zusammengestellte Werke vor: Geschichten, Mythen, Sagen, Märchen und Gedichte über Bäume.

Mal wurden diese zu religiösen "Heiligen Hallen", mal zu lebensnotwendigen "Säulen der Erde" stilisiert. Musikalisch wurde Schneiders Lesung nicht nur unterstützt, sondern bereichert durch Gabriele Müller am Klavier und Elisabeth Büttner mit der Flöte. Beide Frauen studierten an Musikhochschulen und sorgten dafür, dass es kein bloßes Treffen zwischen Literatur und Musik war, sondern beide zu einem beschwingten Spaziergang durch den Märchenwald verschmolzen.