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06.11.2009

Düster - romantische Liebhaberei

von Marcel Hilbert Ostthüringer Zeitung

Andreas Wiersich über das Stück "Der Graf"

Gemeinsam mit seinem "Gothic Jazz Orchestra" gibt Gitarrist Andreas Wiersich am Freitag das Hörspielkonzert "Der Graf" im Haus Friedensbrücke.

Herr Wiersich, was ist "Gothic Jazz"?

Eine längst überfällige Musikrichtung. Es ist die Verbindung von düsteren Elementen des Gothic Rock und Modern Jazz. Zudem kommt aber auch noch die atmosphärische Komponente der Gothic-Romane, wie sie etwa Bram Stoker mit seinem "Dracula"-Roman erzeugte.

Stokers "Dracula" bildet die Grundlage für ihr Hörspielkonzert. Wie wird das Werk umgesetzt?

Vor einiger Zeit schon habe ich die rund 600 Seiten des Originals bearbeitet und daraus die Textgrundlage für das zweistündige Stück entwickelt. Im Wechsel wird Dr. Jasper Paulus, teils mit verschiedenen Stimmen, lesen und die Band Stücke spielen. Au�erdem gibt es auch �berlappungen, das hei�t wir spielen auch Hintergrundmusik und erzeugen so die morbide Atmosphäre.

Warum die dunklen Themen?

Das hängt ganz banal mit meiner eigenen Liebhaberei für diese Düster-Romantik zusammen. Mit acht Jahren hatte ich zudem meine erste Hörspiel-Kassette über Dracula. Seitdem bin ich fasziniert von der Gestalt.

Wie äu�ert sich das?

Zum Beispiel darin, dass wir im Vorfeld des Stückes viel zum Dracula-Mythos geforscht haben. Aus unseren Erkenntnissen haben wir ein 30-seitiges Booklet für unsere Hörspiel-Doppel-CD gefertigt, die es an dem Abend in der Friedensbrücke auch zu kaufen gibt.

Handelt es sich bei "Der Graf" nun um Theater oder um ein Konzert?

Auf jeden Fall beides, sowohl Theaterfreunde, als auch Fans verschiedener Musikrichtungen kommen auf ihre Kosten. Wir wollen bei den Zuschauern vor dem inneren Auge einen Film erzeugen, ihn in die Atmosphäre ziehen. Wenn wir alles richtig machen, werden die Gäste in der Pause ihren Rotwein mit einem gewissen Schauer genie�en. Bei der Gelegenheit muss ich noch ein Kompliment loswerden.

Ein Kompliment?

Ja, wir haben die Erfahrung gemacht, dass Thüringen irgendwie ein Faible für diese morbiden Themen hat, mit seinen Burgen und der Landschaft zudem das entsprechende Flair besitzt.