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12.01.2004

Döblin, Goethe und Bonifatius

von Stephan Laudien TLZ

Jena. (tlz) Der Jenaer "Vorleser" Martin Stiebert hat die Saison 2004 eröffnet. Am Sonnabend Nachmittag las der 40-jährige Philologe im Cafe´ Central Texte von Robert Menasse und anderen österreichischen Autoren. TLZ-Mitarbeiter Stephan Laudien nutzte anschließßend die Gelegenheit, Martin Stiebert ein paar Fragen zu stellen.

Nachdem Sie uns Öheute Österreich erkläärt haben: Worauf kann sich Ihr Publikum 2004 noch freuen?

Im Februar werde ich über "Manieren" lesen; im Määrz wird es um den Wiener Kaffeehaus-Literaten Anton Kuh gehen. Vorgesehen sind ferner Lesungen aus Döblins "Berlin Alexanderplatz" und Pasternaks "Dr. Schiwago". Werden Sie Ihren Leseorten Cafe´ Central, Schillerkirche und Schillerhaus treu bleiben?

Natürlich. Dem Ort angemessen werde ich zum Beispiel in der Schillerkirche Briefe von Bonifatius lesen, dessen Todestag sich dieses Jahr zum 1250. Male jäährt. Im Schillerhaus stehen unter anderem thematisch Goethes Begegnungen mit Maria Pawlowna und Schillers "Die Huldigung der Künste" auf dem Programm.

Wie bereiten Sie sich auf die Lesungen vor, woher nehmen Sie Ihre Ideen?

Die Texte lese ich oft schon Wochen vorher, wäähle geeignete Passagen aus. Lektüreempfehlungen entnehme ich zum Beispiel der Süddeutschen und es gibt Tipps von Freunden. Natürlich bevorzuge ich Themen, die mich selbst interessieren. So etwa das Buch des ääthiopischen Prinzen Asfa-Wossen Asserate über Manieren. Wie ich hörte, haben Sie eine Ich-AG gegründet. Können Sie denn von Ihren Lesungen leben?

Die Ich-AG befindet sich noch in Gründung. Natürlich werde ich meine Angebote noch ausweiten müssen. Denkbar sind Standards, die ich an verschiedenen Orten vortragen kann. Zudem wird es weitere Hörbücher geben. Es gibt Ideen, Hörbücher zu Wieland, Maria Pawlowna und eine weitere CD mit Texten von Victor Auburtin zu produzieren. Dann möchte ich gerne die Weihnachtsgeschichte lesen, in verschiedenen Sprachen.