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18.06.2003

Die schönsten deutschen Bücher 2002 und Exlibris

von mko Ostthüringer Zeitung

Ausstellung bei GGP Media in Pößneck

Die Ausstellung "Die schönsten deutschen Bücher" der Stiftung Buchkunst aus Frankfurt am Main macht auch bei ihrer diesjährigen Auflage Station in Pößneck. Bis zum kommenden Wochenende sind 43 Bücher mit dem Prädikat eines der schönsten deutschen Bücher 2002 und 15 Bände mit einer lobenden Anerkennung in den Fluren bei GGP Media zu sehen. Ebendort werden in der selben Zeit in 20 Rahmen etwa 220 Exlibris aus der Sammlung von Schloss Burgk gezeigt. Die Doppelausstellung, die täglich von 9 bis 19 Uhr besucht werden kann, findet im Rahmen der Thüringer Literatur- und Autorentage auf Burg Ranis statt.

Am Wettbewerb "Die schönsten deutschen Bücher - vorbildlich gestaltet in Bild, Satz, Druck, Einband" beteiligten sich 404 Verlage mit 832 Büchern aus der Produktion des vergangenen Jahres. Der Jury ging es um "die visuelle und haptische Erscheinung der Bücher und die gelungene Verbindung von Inhalt und Form", sie bewertet u. a. "die ästhetische und technische Leistung im Verhältnis zu Zweck, Auflagenhöhe und Preis des Buches", so die Stiftung Buchkunst.

Geblättert werden kann in der Ausstellung in Büchern unterschiedlichster Art: Romane in- und ausländischer klassischer und zeitgenössischer Autoren, Sach- und Schulbücher, Kunst- und Foto-Bände, Kinder- und Jugendbücher, bibliophile Ausgaben und Bücher, "die nicht im Handel sind". Die Bände kosten drei Euro, aber auch 479 Euro, und in einem Fall wird der Preis nur auf Anfrage mitgeteilt.

Namhafte Verlage oder Buchclubs stehen auf der Ehrenliste, aber auch kleine Verlage und sogar ein im Eigenverlag herausgebrachtes Buch. Die Druckwerke sind in deutschen Betrieben gesetzt, gedruckt oder gebunden worden, aber auch in anderen westeuropäischen Ländern sowie in Singapur und in Hong Kong. Einige der schönsten deutschen Bücher sind teilweise in Thüringen hergestellt worden, in Bad Langensalza, in Weimar und in Altenburg - Pößneck ist dieses Mal nicht dabei. Allerdings hat sich mit dem Universitätsverlag Weimar nur ein einziger Herausgeber aus dem Freistaat durchgesetzt. Den 1. Preis des Wettbewerbes gewann und als eines der weltweit schönsten Bücher 2002 gilt übrigens der im Göttinger Steidl Verlag erschienene Bildband "Talking to Myself. By Yohji Yamamoto", das sich als Ehrung für einen japanischen Mode-Designer versteht.

In den Exlibris-Rahmen werden u. a. Radierungen, Klischees und Lithographien, Holz- und Linolschnitte sowie Holz- und Kupferstiche aus dem Schaffen von rund 80 deutschen und ausländischen Künstlern gezeigt. Die ältesten Exlibris stammen vom Ende des 19. Jahrhunderts. Zu sehen sind nicht zuletzt einzelne Werke bekannter Namen wie Käthe Kollwitz, Lovis Corinth und Oskar Kokoschka. Einige der filigranen Illustrationen stammen von Künstlern, die in Konzentrationslagern ums Leben kamen, so der deutsche Dichter Erich Mühsam, der tschechische Pubizist Josef Capek oder der tschechische Meister der Farbradierung Vojtech Preissig.