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05.01.2004

Die Potenziale besser bündeln

von dpa TLZ

Erfurt. (dpa/tlz) Kunstministerin Dagmar Schipanski (CDU) hat die Thüringer Kulturvereine und Verbände aufgerufen, mehr über den eigenen Tellerrand zu schauen und besser zusammenzuarbeiten. Sie habe feststellen müssen, dass selbst etablierte Verbände kaum voneinander wüssten, sagte Schipanski. Ihr Ministerium hatte ein erstes, landesweites Treffen organisiert.

Es gebe oft wenig Verbindungen, Erfahrungsaustausch und gemeinsame Projekte seien gering, kritisierte die Ministerin. Dies sei ein wirkliches Defizit. Ganz besonders in Zeiten knapper Kassen und Kürzungen sei die Zusammenarbeit jedoch eine Möglichkeit, Geld und Potenziale zu bündeln. "Es hilft nicht, zu jammern, wir brauchen mehr Geld", sagte Dagmar Schipanski.

Bei dem Treffen seien erste Ideen zur Zusammenarbeit entstanden. Der Thüringer Musikrat beispielsweise leiste eine ausgezeichnete Arbeit, sagte die Minsterin. Sie werde aber in der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen. Ganz ähnlich erginge es auch einigen Museen oder Bibliotheken.

Denkbar seien gemeinsame Veranstaltungen, auch mit dem Verein "Lesezeichen", dem Künstler- oder dem Schriftstellerverband. Die Zeit erfordere neue Formen und Organisationsstrukturen, sagte Schipanski. Andererseits gelte es, über die Jahre entstandene Kontakte und Auftrittsmöglichkeiten zu erhalten.

Was möglich ist, zeigt nach Ansicht der Ministerin das Beispiel der kleinen Gemeinde Wechmar-Günthersleben im Kreis Gotha. Die Ursprungsgemeinde der Musikfamilie Bach habe ein riesiges Angebot an Brauchtum und Traditionspflege.