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20.07.2012

Die Fröhliche ist ein heiteres Haus, schrieb einst Sybille von Kleve an ihren Gatten, Johann Friedrich I., den Kurfürst zu Sachsen.

von Carola Frindert Ostthüringer Zeitung

Buchlesung zur Wiedereröffnung des sanierten Fürstensaales im Schloss "Fröhliche Wiederkunft" in Wolfersdorf, Anlass: 500. Geburtstag der ersten Schlossherrin, Sybille von Kleve


Die Fröhliche ist ein heiteres Haus, schrieb einst Sybille von Kleve an ihren Gatten, Johann Friedrich I., den Kurfürst zu Sachsen.


Wolfersdorf. "Herzlich willkommen auf der Fröhlichen", so begrüßte Sylvia Weigelt folgerichtig am Dienstagabend die Zuhörerschaft zur Buchlesung. Die Historikerin und Autorin aus Jena hat sich mit dem Leben der Sybille von Kleve beschäftigt, die als ganz junges Mädchen im Alter von erst 14 Jahren mit dem neun Jahre älteren Johann Friedrich vermählt und schließlich die erste Herrin auf dem in den Jahren 1547 bis 1551 erbauten Jagdschloss "Zur fröhlichen Wiederkunft" wurde.

Die Buchlesung fand an einem für den Veranstaltungsort bedeutsamen Datum statt. Es war der 500. Geburtstag Sybilles, die am 17. Juli 1512 am Niederrhein, auf dem Stammsitz derer von Kleve-Jülich-Berg geboren wurde. Ebenfalls an einem 17. Juli, anno 1547, gab Johann Friedrich I., genannt der Großmütige, per Brief den Auftrag zum Bau des Jagdschlosses in Wolfersdorf.

Schlossverwaltung und Heimatverein nahmen dies zum Anlass, den Fürstensaal nach umfangreicher Sanierung wieder der Öffentlichkeit zu übergeben. Und dies mit einer Veranstaltung, die Auftakt sein soll für eine Reihe im Rahmen der Lutherdekade.

Dass Schloss "Wolfersdorf" zu den bedeutenden historischen Orten gehört, die mit der Reformation und dem Wirken von Martin Luther in Thüringen verbunden sind, ergibt sich auch aus den Recherchen von Sylvia Weigelt, die aus den wenigen historischen Quellen das Porträt einer Frau zeichnete, die, für ihre Zeit ungewöhnlich, sich auch in politischen Dingen engagierte. An der Seite ihres Gatten, der im Schmalkaldischen Bund für die protestantischen Stände focht und dafür in kaiserliche Gefangenschaft geriet, war sie eine mutige Streiterin für Martin Luthers Reformation. Bei der Stadtinformation in Jena sei sie gefragt worden, was Sibylle von Kleve mit Jena zu tun habe, erzählte die Buchautorin und erinnerte, dass ihre "Heldin" ja auch die Gattin des Universitätsgründers war.

Der Zuhörerschaft hat sie die Frau, die dank eines Porträts von Lucas Cranach dem Älteren auch in die Kunstgeschichte einging, sehr nahe gebracht. Und auch eindrucksvoll verdeutlicht, wie geschichtsträchtig unserer Region ist.

Die nächste Veranstaltung wird im August die traditionelle Gedächtnisfeier für Johann Friedrich I. sein.