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22.02.2005

Dichter mit rotem Haar und Sommersprossen

Ostthüringer Zeitung

Mal- und Zeichenwettbewerb über Schiller

Jena (OTZ). "Mein Schiller" lautet das Motto eines Mal- und Zeichenwettbewerbes, zu dem ab sofort alle Schüler von Jena und Umgebung aufgerufen sind.

Themen und Techniken sind der freien Phantasie überlassen: Egal, ob passend zu einer der spannenden Balladen - von der fiesen Dame, die ihren Handschuh unter die Löwen fallen lässt, bis zum todesmutigen Taucher, der in den Fluten untergeht. Oder aber auch direkt ein Bild von dem Dichter bzw. etwas anderes. Erlaubt sind Bleistiftarbeiten, in Farbe Gemaltes, Linolschnitte und auch Collagen.

Übrigens: Schiller hatte rote Haare und Sommersprossen um die Adlernase. Außerdem war er über 1,80 Meter groß - der längste Mann damals in Jena. Weil es ihm aber unangenehm war, dass er immer auf die Leute herab sehen musste, zog er meist seinen Kopf ein wenig ein. Sein Freund Goethe war das Gegenteil: klein, dick, und mit stolz erhobenem Kopf lief er neben dem langen dürren Schiller über den Markt.

Manchen Leuten war Schiller vor 200 Jahren viel zu wild, weil er immer davon sprach, dass der Mensch frei sein solle. Andere meinen, dass er deshalb heute auf einer Harley Davidson durch Jena brausen würde - mit offenem Schillerkragen und seinem langen roten Haar im wehenden Wind. "Wäre das nicht ein cooles Bild?", meint Schiller-Experte Dr. Jens-Fietje Dwars, der im Mai eine große Schiller-Ausstellung für die Goethe Galerie gestaltet und auch den Mal und Zeichenwettstreit initiiert hat.

Bilder, möglichst in A3, sollten bis 15. April an die Goethe Galerie Jena, Centermanagement, 07743 Jena, geschickt werden. Die schönsten (schrägsten) Bilder werden ausgestellt. Und danach gehen sie mit der Jenaer Schiller-Ausstellung nach Schaffhausen in die Schweiz.