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17.06.2010

Deutsch-isländische Autor Kristof Magnusson am Sonntag zu Gast in Ranis

von Ulrike Kern Ostthüringer Zeitung

 Mit seinem zweiten Roman "Das war ich nicht" reist der deutsch-isländische Autor Kristof Magnusson zu den Literatur- und Autorentagen in Ranis. Am Sonntag ab 15 Uhr wird er daraus lesen.
Sie haben diesen Roman lange vor dem Bankencrash begonnen. Hatten Sie eine Vorahnung?

Nein, das war Glück. Ich war unglaublich neugierig auf diese Bankenwelt, die doch kaum jemand kennt. Ich verstehe es eh nicht, warum Geld in der Literatur keine größere Rolle spielt, wenn man bedenkt, wie wichtig es für viele ist. Macht, Gier, Träume da steckt ein riesiges Arsenal an Geschichten hinter.

Wie gut kennen Sie sich mittlerweile aus?

Ich habe mich dem Thema durch Zeitungen und Internet angenähert, einige Bücher gelesen, die von Finanzmarktturbulenzen aus den 80ern und 90ern handelten. Dann habe ich die Institutionen angeschrieben, deren Experten in Zeitungen zitiert wurden, bin mehrfach nach Frankfurt gefahren, habe dort Trader und Wissenschaftler getroffen, wurde durch Händlersäle geführt.

Sie sollen bereits Ihr Konfirmationsgeld angelegt haben.

Das habe ich komplett in eine Werft namens "Bremer Vulkan" gesteckt. Die gibt es heute nicht mehr. Ich hätte mir lieber ein Fahrrad kaufen sollen.

Mit "Männerhort" haben Sie erfolgreich ihr Talent fürs Komödiantische bewiesen. In welchem Genre fühlen Sie sich zu Hause?

Für mich ist der Wechsel zwischen den Genres wichtig, zwischen Theater, Prosa und Übersetzen. Das hilft mir, um auf neue Ideen zu kommen.

Woran arbeiten Sie gerade?

Im Moment übersetze ich eine alte Isländersaga. Island wird 2011 Gastland der Frankfurter Buchmesse.

Was versprechen Sie sich von den Autorentagen?

Ich war noch nie in Ranis, kenne den Ort aber aus Erzählungen anderer Autoren. Die waren alle begeistert. Ich freue mich daher, selbst in Ranis Gast zu sein.