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08.10.2007

Der Mann, der die Mauer öffnete

von mko Ostthüringer Zeitung

Publizist Gerhard Haase-Hindenberg kommt mit DDR-Oberstleutnant Harald Jäger nach Ranis

Ranis (OTZ/mko). Harald Jäger ist am 13. August 1961 als Arbeiterkind und 18-jähriger Grenzpolizist dabei, als in der Hauptstadt der DDR die Mauer gebaut wird. Am 9. November 1989 um 23.20 Uhr lässt er als Oberstleutnant der Staatssicherheit den Schlagbaum am Grenzübergang Bornholmer Straße in Berlin öffnen und wenige Minuten später geht die Nachricht um die Welt, dass die Mauer gefallen ist.
Wie konnte ausgerechnet ein Mann mit einem kommunistischen Elternhaus, der Kaderschmieden der SED und die Hochschule des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR durchlaufen hat, das Ende seines Staates besiegeln? Welche dramatischen Szenen spielten sich in der Nacht des 9. November hinter den Kulissen jenes Berliner Grenzüberganges ab, ehe Harald Jäger den Befehl seiner Vorgesetzten verweigerte und auf eigene Faust die Grenze öffnete? In langen Gesprächen mit Harald Jäger förderte der Publizist Gerhard Haase-Hindenberg den Schlüssel zum Verständnis dieser Handlung zu Tage. Ihm erzählte Jäger zum ersten Mal von seinen Erlebnissen als Grenzpolizist und später Oberstleutnant in einer Passkontrolleinheit, ihm offenbarte er skandalöse Interna aus der Arbeit der Stasi. Das Ergebnis der Interviews und Recherchen ist im Buch "Der Mann, der die Mauer öffnete - Warum Oberstleutnant Harald Jäger den Befehl verweigerte und damit Weltgeschichte schrieb" nachzulesen, das Gerhard Haase-Hindenberg und Harald Jäger am Donnerstag, 11. Oktober, um 19.30 Uhr in einer Lesung und in einem Gespräch auf Burg Ranis vorstellen werden. "Eine fesselnde Schilderung eines historischen Ereignisses und seiner teilweise bizarren Hintergründe", notierte die Zeitschrift "Hör zu" über die Neuerscheinung aus dem Heyne-Verlag und der "Kölner Stadtanzeiger" stellte fest: "Es ist ein ehrliches Buch geworden, weil es zeigt, wie schmal der Grat zwischem blindem Gehorsam und Zivilcourage ist."

Gerhard Haase-Hindenberg ist nicht zum ersten Mal auf der Burg. Vor gut drei Jahren stellte er in Ranis mit Pierre Boom alias Pierre Guillaume den Band "Der fremde Vater - Der Sohn des Kanzlerspions Guillaume erinnert sich" vor, ein weiteres spannendes Kapitel deutsch-deutscher Vergangenheit.