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16.06.2003

Das Wort wird zu 'Fleisch'

von Marius Koity Ostthüringer Zeitung

Andreas Gliesing: Museum auf der Burg bleibt bis Ende 2004 geöffnet Ranis (OTZ/mko). Die Finanzierung der diesjährigen Thüringer Literatur- und Autorentage auf Burg Ranis war wohl ein besonderer Kraftakt für den veranstaltenden Lese-Zeichen e. V. aus Jena und seine Partner. Das gab Dr. Martin Straub, Geschäftsführer des Vereines, in seiner Begrüßung zur Eröffnung des Festivals am Freitagabend in der Stadtkirche Ranis zu verstehen. Trotzdem bekenne sich der Verein zu den Literaturtagen und zur Burg. Aufgebaute Dinge sollten "nicht leichtfertig zerredet" werden, empfahl Dr. Martin Straub, um dann einer Reihe von Sponsoren und auch dem "literaturinteressiertesten Bürgermeister in Thüringen", Andreas Gliesing, für ihre Unterstützung zu danken.

Das Stadtoberhaupt von Ranis wiederum würdigte Hans Westerheide, Verleger und Vorsitzender des Lese-Zeichen e. V., für sein herausragendes ehrenamtliches Engagement zu Gunsten der Literaturtage - am Freitag hatte dies in Erfurt auch Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus getan -, um dann kund zu tun, dass in der Frage des Burgmuseums die "Kuh vom Eis" sei: "Bis Ende 2004 können wir den Museumsbetrieb auf der Burg absichern." Gegenüber OTZ erläuterte Andreas Gliesing, dass u. a. das Landratsamt des Saale-Orla-Kreises hilft - mit Personal vom Museum Schloß Burgk und mit der kommunalaufsichtlichen Genehmigung "freiwilliger Leistungen" im kulturellen Bereich trotz angespannter finanzieller Lage der Stadt Ranis.

Der irdische Hausherr in der evangelischen Stadtkirche zu Ranis, Pfarrer Joachim Preiser, war als "alte Leseratte" froh, den Literaturtagen mit ein Dach bieten zu dürfen, und wünschte ihnen im Sinne des Johannesevangeliums, dass das Wort "Fleisch", dass das Wort lebendig werde. Im Lesekonzert am ersten Literaturtag erfüllte sich dann dieser Wunsch.