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01.12.2005

Das Märchen in der Welt

von Frank Quilitzsch TLZ

Meiningen. (tlz) Statt dass sie, wie Hollywood neuerdings weismachen will, durch die Welt zögen, um die Wälder von Hexen, Teufeln und Geistern zu säubern, würden die legendären Brüder Grimm wohl lieber am Freitag in Meiningen die Kongressbank drücken - schon um zu erfahren, was man sich heute über ihre Sammlungen erzählt. Nebenbei könnten sie auch viel Neues über den Kunstmärchendichter Hans Christian Andersen erfahren und ihm bei der Gelegenheit noch zum Jubiläum gratulieren.

Spannend, wenngleich weniger gruselig, geht es zu beim internationalen Symposium "Die Welt der Märchen - Das Märchen in der Welt", dafür garantieren Literaturwissenschaftler, Volkskundler, Märchenforscher und -erzähler aus ganz Deutschland und der Schweiz. Bis Mittag referieren - oder erzählen? - Experten im Auditorium über Andersens Märchen heute, bekannte Märchenmotive in fremden Kulturen oder das Märchen in der Welt der Kinder. Am Nachmittag beschäftigen sich Arbeitsgruppen u. a. mit der Märchenrezeption von Jungen und Mädchen, Gewalt im internationalen Märchen, mit der Kunst des Märchenerzählens und mit deutschen und islamischen Märchen im Vergleich.

Das Symposium dient zugleich der Weiterbildung von Lehrern, die Anregungen zur Märchenbehandlung und zu dramatischem Spiel suchen oder wissen möchten, wie sich etwa E.T.A. Hoffmanns "Nussknacker und Mäusekönig" in der Grund- und Regelschule behandeln lässt. Am Abend verleiht Kultusminister Jens Goebel den Thüringer Märchen- und Sagenpreis "Ludwig Bechstein".

i Weitere Info über Tel.: (03693) 454 650