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21.10.2005

Das Leben amerikanischer Indianer

von Dieter Lange Ostthüringer Zeitung

Liebengrüner Autorin Antje Babendererde stellt neue Romane in Frankfurt zur Buchmesse vor

Von Dieter Lange Liebengrün (OTZ). Mit zwei neuen Romanen kommt in diesem Herbst die Liebengrüner Autorin Antje Babendererde auf den Markt. Im Jugendbuch "Talitha Running Horse" (Arena Verlag) geht es um ein Halbblutmädchen, welches so gern ein Pferd hätte, doch die Familie kann sich das nicht leisten. Nach dramatischem Geschehen, in das die Familie einbezogen ist, wird schließlich am Ende alles gut. Das Buch "Die Suche" (Merlin Verlag) handelt in Kanada von einem verschwundenen Indianerjungen. Der alleinerziehende Vater nimmt darin die Suche nach seinem Sohn auf. Das Buch ist zurzeit als Fortsetzungsroman in der OTZ zu lesen. Mit beiden Neuerscheinungen ist die Autorin auf der Frankfurter Buchmesse vom 19. bis 23. Oktober präsent. Ein weiterer Roman der jungen Autorin, "Wundes Land", ist in der OTZ-Geschäftsstelle in der PößneckerBreiten Straße erhältlich.

Antje Babendererde blieb auch in diesen beiden Romanen ihrem Anliegen treu, das Leben nordamerikanischer Indianer in ihren heutigen Reservaten realitätsbezogen dem Leser nahe zu bringen. Phantasie und Wirklichkeit kommen in ihren Werken gleichermaßen zur Geltung.

In diesem Jahr besuchte die Liebengrüner Schriftstellerin zwei Reservate in South Dakota. Obwohl sich die Situation der Indianer etwas verbessert habe, herrsche trotzdem große Armut. "Es fehlt an ausreichender medizinischer Versorgung, es gibt kaum bewohnbare Häuser und an gesunder Ernährung mangelt es ebenfalls. Die Situation ist oft erschütternd", fasst die Autorin ihre Eindrücke zusammen. Sie weiß wovon sie spricht, denn sie weilte schon zum sechsten Mal in Indianerreservaten, hatte unzählige Erlebnisse, knüpfte Bekanntschaften und sammelte fleißig Stoff für ihre Romane.

Im Sommer wohnte sie für anderthalb Wochen bei einer indianischen Schriftstellerin in Minnesota, pflegte auch dort viele Kontakte und kam mit Indianern aus Reservaten zusammen. "Die Unterhaltung erfolgt in englisch, nur meinen Namen können die Indianer nicht aussprechen. Sie nennen mich Anka", sagt Antje Babendererde schmunzelnd.

Acht Romane, darunter drei Jugendbücher, hat Antje Babendererde bisher geschrieben. In diesem Jahr gestaltete sie ein Gemeinschaftsprojekt des Deutschen Schriftstellerverbandes (VS) der politischen Bildung mit, an dem sich 32 Schriftsteller aus ganz Deutschland beteiligten. Das Projekt lief unter der Bezeichnung "Globalisierung und Literatur". Unter dem Titel "Wo Sprachen verschwinden, gehen Kulturen zu Grunde" referierte sie vor Schülern der 8. Klasse in der Regelschule Remptendorf. Aus ihrem Jugendroman "Lakota Moon" wird sie vor Neunklässlern am 3. November lesen und bestimmt viele Fragen zu beantworten haben. Vielleicht stellt sie den Schülern auch schon ihren neuen Roman vor. Zwischen der Autorin und der Remptendorfer Schule besteht seit Jahren eine sehr gute Zusammenarbeit. Ein guter Partner sei auch der Merlin-Verlag bei Lüneburg, der schon drei ihrer Romane verlegt habe.

Für 2006 hat die Schriftstellerin eine Einladung in die Wüste Nevada. Auch nach dieser Reise kann man gewiss sein, dass sich ihre Erlebnisse in einem Roman wieder finden.Wo Sprachen verschwinden, gehen Kulturen zu Grunde. Antje Babendererde