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01.10.2005

Burg Ranis wird innen weiter saniert

von Sandra Hofmann Ostthüringer Zeitung

Stadtrat erteilt sanierungsrechtliche Genehmigung - Landolf Scherzer am 3. Oktober auf der Burg

Von OTZ-Redakteurin Sandra Hoffmann Ranis. Im Südflügel der Burg Ranis wird im Oktober der nächste Bauabschnitt beginnen. Der Stadtrat von Ranis hat in seiner Sitzung am Donnerstagabend der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten einstimmig die sanierungsrechtliche Genehmigung erteilt. In dem zu sanierenden und auszubauenden Südflügel soll bekanntlich eine Tagungs- und Begegnungsstätte für den Verein Lese-Zeichen der Literaturakademie entstehen.

Im Südflügel wird bereits seit dem Frühjahr in einem 1. Bauabschnitt die große Saaldecke saniert. Sie ist fast fertiggestellt, informierte die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten als Inhaberin der Burg gestern auf Anfrage der OTZ. Im Laufe des weiteren Innenausbaus sollen neuzeitliche Einbauten abgerissen und im westlichen Teil des Flügels ein zentraler Treppenaufgang mit Aufzug eingerichtet werden. Damit entsteht ein behindertengerechter Zugang und gleichzeitig ein Fluchtweg aus dem Museum.

Von den umfangreichen Baumaßnahmen wird auch das Rote Zimmer, das sich im Südflügel befindet und bislang für kulturelle Veranstaltungen genutzt wurde, betroffen sein. Arbeiten an der Elektroinstallation oder der Heizung seien hier nicht zu umgehen, hieß es. Damit wird das Rote Zimmer vorübergehend nicht genutzt werden können. Zu den kulturellen Veranstaltungen wird dann in das Foyer des sanierten Nordostflügels oder in den Galeriesaal des Museums eingeladen.

Die Bauarbeiten könnten zum Jahresende 2006 abgeschlossen sein. Insgesamt fließen 1,8 Millionen Euro in den Südflügel.

Die nächste Veranstaltung auf Burg Ranis findet bereits am Montag, 3. Oktober, anlässlich des 15. Jahrestages der Deutschen Einheit statt. Der Lese-Zeichen e.V. lädt um 17 Uhr zu einer Buchpremiere mit Landolf Scherzer ein. Sein neuestes Werk "Der Grenz-Gänger" ist im Aufbau-Verlag erschienen.

Ausgerüstet mit festem Schuhwerk, Rucksack und Notizblock, angeborener Neugier und wachsender Ausdauer wanderte Landolf Scherzer seit August 2004 fünfzehn Etappen auf dem Kolonnenweg an der ehemaligen innerdeutschen Grenze zwischen Thüringen, Bayern und Hessen entlang. Weit über 400 Kilometer ist der Schriftsteller gelaufen, bei jedem Wetter. So entstand eine aktuelle Langzeitbeobachtung aus dem einstigen Grenzland, ein Protokoll der oftmals bitteren Lebensbedingungen in der Region: hohe Arbeitslosigkeit, Abwanderung der Jungen, Schließung sozialer Einrichtungen. In Einzelschicksalen kommen Probleme zur Sprache, die stellvertretend für die des ganzen Landes stehen, macht der Veranstalter neugierig.