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09.07.2005

Burg Ranis wird dieses Jahr weiter saniert und ausgebaut

von Sandra Hoffmann Ostthüringer Zeitung

Innenausbau des Palas und des Südflügels werden derzeit vorbereitet

Von OTZ-Redakteurin Sandra Hoffmann Ranis. Die Burg Ranis ist seit diesem Jahr Schwerpunktprojekt der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten mit Sitz in Rudolstadt. In den nächsten Wochen werden die begonnenen Bauarbeiten im Saalbau, dem so genannten Palas, und im Südflügel der Burg fortgesetzt. Gleichzeitig wird die Eingangssituation zum Museum neu gestaltet.

Im Palas entsteht ein Veranstaltungssaal für kulturelle Ereignisse. Im Laufe der Ende 2004 begonnenen Bauarbeiten wurden bisher die Kelleraußenwände abgedichtet, neuzeitliche Einbauten entfernt und ein zweiter Fluchtweg aus dem Keller geschaffen. Nun soll der Innenausbau erfolgen. Fenster und Fußboden müssen erneuert und eingebaut, Heizung, Elektrik und eine Lüftungsanlage installiert, die Wände geputzt werden. Die Technik soll auf der von den Außenwänden getragenen Galerie untergebracht werden. Möglicherweise muss auch das Dachtragwerk verstärkt werden.

"Im Moment fallen die Kosten höher aus als ursprünglich vorgestellt", sagt die Baureferentin der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, Petra Hinreiner. Für den Innenausbau, der zugleich den letzten Bauabschnitt bei der Sanierung des Palas darstellt, sind 480 000 Euro veranschlagt. Insgesamt belaufen sich die Baukosten für den Palas auf 750 000 Euro. Rund 400 000 Euro können über bewilligte Städtebaufördermittel abgedeckt werden, da die Stiftung in diesem Sanierungsabschnitt mit der Stadt Ranis kooperiert.

Die Gesamtsumme ermöglicht darüber hinaus, im Querflügel neue Museumsräume einzurichten. Hier wird die Seismologie ihren Platz finden. Sie musste aus ihrem bisherigen, vor dem Palas liegenden Raum weichen, um eine Treppe zur Galerie des Palas einbauen zu können. Die Geschossdecke aus der jüngsten Vergangenheit ist dafür bereits entfernt worden.

Mit dem Innenausbau des Palas und dem Herrichten ehemaliger Lagerräume für das seismologische Kabinett wird voraussichtlich im August begonnen. "Derzeit werden die Bauleistungen ausgeschrieben", informierte Petra Hinreiner. Mitte des nächsten Jahres sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein.

Fortgesetzt werden des Weiteren die Bauarbeiten im Südflügel. Seit Januar wird in einem ersten Bauabschnitt die große Saaldecke saniert. Die dazu gehörenden Räumlichkeiten, in denen sich einst die Gaststätte befand, waren bereits 1980 wegen statischer Probleme gesperrt worden. Für den weiteren Innenausbau des Südflügels werden derzeit der Bauantrag gestellt und die Ausschreibung terminiert, erfuhr die OTZ. Im August oder September könnten dann die Arbeiten beginnen. Insgesamt fließen 1,8 Millionen Euro in den Südflügel. Davon werden 900 000 Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gezahlt. Die andere Hälfte übernimmt die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten. Zum Jahresende 2006 könnten die Bauarbeiten abgeschlossen sein. Dann darf die Literaturakademie einziehen.

"Die Sanierung der Außenfassade kann jetzt möglicherweise nicht realisiert werden und muss geschoben werden", meinte Petra Hinreiner. Offen bleibt auch die Gastronomie, die im Erdgeschoss des Südflügels entstehen soll. Momentan berechne eine Tochtergesellschaft der Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) die Wirtschaftlichkeit. Danach könne die Größenordnung einer gastronomischen Einrichtung ermittelt und diese entsprechend umgesetzt werden, hieß es.

Fertig gestellt ist seit Januar dieses Jahres übrigens der Nordostflügel, der bereits modern genutzt wird. In das schmucke, helle und freundliche Objekt, das von den durch die Sanierung hervor gehobenen Nischen, Balken und Mauereinfassungen lebt und nichts von seinem historischen Charakter verloren hat, ist inzwischen die Schlossverwaltung eingezogen.