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17.05.2006

Buchstaben an die Burg im Schreibmaschinentakt

Ostthüringer Zeitung

Besondere Vernissage bei Westerheide

Ranis (OTZ). Am 31. Mai um 20 Uhr wird in der Raniser Galerie Westerheide die Ausstellung der Künstlergruppe Querschlag "Lichtinstallation, Fotografie, Malerei" eröffnet, die bis 31. August zu sehen sein wird.
Die Künstlergruppe Querschlag - Michael Goller, Dirk Hanus, Michael Knauth und Peter Piek - gründete sich am 8. April 2003 in Chemnitz. Ihr Ziel ist es, einen eigenen, unverwechselbaren künstlerischen Individualismus junger sächsischer Künstler auf kommunikativer Ebene zu etablieren. Goller, Hanus, Knauth und Piek sehen sich aus diesem Grunde nicht nur als individuelle Verwirklicher ihrer eigenen künstlerischen Ideen und Kreativitäten - sondern wollen durch die in Querschlag praktisch vollzogene Zusammenführung ihrer verschiedenen, zum Teil äußerst facettenreichen Schaffenscharaktere aktiv in einem unverwechselbaren Kommunikationsprozess begründen.

Michael Goller und Peter Piek, die ihren Intentionen und den in erster Linie auf persönlichen Eindrücken basierenden Gedankenwelten mit malerischen Mitteln Ausdruck verleihen, stehen dabei mit Dirk Hanus und Michael Knauth zwei Künstler gegenüber, die auf dem Gebiet der Fotografie bzw. Konzeptkunst scheinbar ganz andere schöpferisch-induktive Kommunikationswege nutzen. Durch den unübersehbaren Plattformcharakter dieser Konstellation bietet sich die Chance Provokation und Polarisation in einem progressiven Erkenntnis- und Erfahrungsprozess zu entwickeln., der durch seine künstlerische Aussagekräftigkeit durchaus ein bewusst verinnerlichender Baustein der Zeitgeschichte werden kann. Als Gastkünstler der Künstlergruppe Querschlag zeigt Jens Oassada während der gesamten Ausstellungsdauer im Innen- und Außenbereich der Galerie Skulpturen. Die Werke von Ossada synthetisieren Konstruktivistisches mit auflodernden Emotionen, die sich jedoch nicht zu einer zerstörerischen Rebellion überreden lassen, sondern der Gestaltung den Vorrang geben. So haben die weitgefächerten Systemkritiken selbst wieder System und sind nach analytischer Zerlegung in legosteinhafte Einzelteile wieder Grundbestandteil eines positivistischen Weltbilds. Dabei geht Ossada den bewussten Weg durchs Material, in einer Zeit erzwungener und gespielter Transzendenz durchaus keine Selbstverständlichkeit. So spricht das Material ebenso wie die eigenständig dazu stehenden Texte "vom Umbau des Wesentlichen" und baut dabei das Wesentliche wesentlich um.

Anlässlich der Ausstellungseröffnung am 31. Mai und am 16. Juni zu den Literatur- und Autorentagen um ca. 22 Uhr, zeigt Michael Knauth seine eigens für diese Ausstellung in Ranis geschaffene Lichtinstallation, eine Text-Projektion auf die Burg Ranis. Projiziert werden in schwarzen Lettern Texte, die aus Büchern stammen. Die einzelnen Buchstaben werden im Schreibmaschinentakt an die Burg geworfen. Es sieht aus, als würden die Typen der Maschine kurz auf das Papier treffen. Die Buchstaben verschwimmen und verschwinden jedoch nach kurzer Zeit. Man kann nie den kompletten Satz lesen. Der Betrachter wird gezwungen zu verweilen. Der ganze Satz und somit der Sinn erschließt sich erst nach aufmerksamen Betrachten. Dirk Hanus wird die Installation mit seiner Kamera so fotografieren, das der Schriftsatz im Ganzen auf dem Bild zu sehen ist.

Diese Fotos werden als Vorzugsausgabe vor Ort als Grafik zu erwerben sein.

Öffnungszeiten: Dienstag bis Donnerstag 16.00 - 19.00 Uhr und nach Vereinbarung Tel. 03647 415460.