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09.04.2016

Buchprojekt "Thüringer Stimmen" auf Burg Ranis vorgestellt

von Mario Keim Ostthüringer Zeitung Pössneck

Die beiden Autoren Christoph Schmitz-Scholemann (rechts) und Wulf Kirsten im angeregten Gespräch mit einem Besucher der Lesung am Donnerstag in Ranis. Foto: Mario Keim

Das besondere Buchprojekt „Thüringer Stimmen“ ist am Donnerstagabend auf der Burg in Ranis vorgestellt worden – allerdings nur vor 20 Interessierten. Dennoch ist dessen Start gelungen.

Ranis. „Thüringer Stimmen“ ist das gleichnamige Buch überschrieben, in dem 25 aktuelle Autorinnen und Autoren aus ganz Thüringen über ihre Sichtweise im Freistaat berichten. Mit „Thüringer Stimmen“ war auch die Lesung am Donnerstagabend auf der Raniser Burg überschrieben, die diesmal von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Ostthüringer Zeitung im Saale-Orla-Kreis gefördert worden war.

Die Veranstaltung in der Burgstadt war zugleich die erste öffentliche Präsentation des Buchbandes, der vor wenigen Tagen im quartus-Verlag mit Sitz in Bucha bei Jena erschienen ist. Zu Gast in Ranis waren der Herausgeber Jens-Fietje Dwars und die beiden Mitautoren Wulf Kirsten und Christoph Schmitz-Scholemann. Dwars hatte vor 20 Besuchern auch die Moderation übernommen.

Schmitz-Scholemann und Kirsten verbindet, dass sie in der Wahlheimat Weimar wohnen. Aber mit unterschiedlichen Vorzeichen: Schmitz-Scholemann, Vorsitzender des Literaturrats Thüringen und Autor unter anderem von Radiofeatures für Deutschlandfunk, wurde in ­Solingen geboren und kam 2001 mit der Familie freiwillig nach Weimar. Bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2014 war er als Richter am Bundesarbeitsgericht in Erfurt tätig. „Was mir fehlt, ist der Rhein“, bekannte der ehemalige Kölner. Doch lautet sein Motto heute: „Ich bleibe in Weimar.“ So heißt auch seine unterhaltsame Geschichte aus dem Buch „Thüringer Stimmen“, die er in Ranis in einer kurzweiligen Lesung vortrug.

„Bloß nicht Weimar, ich wollte nach Leipzig oder Berlin“, ­habe Kirsten dagegen einmal ­gesagt, dessen „größtes Glück in meinem Leben war, dass ich Lektor geworden bin“. Wulf Kirsten, der als Schriftsteller mehr als 20 Prosa- und Gedichtbände veröffentlicht hat, trug seine Erzählung „Saalüberwärts ins Orlatal geblickt“ vor. Auf einer Wanderung von Weimar nach Orlamünde schildert er auch, wie man von einer Gaststätte auf einem Hügel einen herrlichen Blick auf Pößneck ­genießen konnte. „Mich zu Thüringen zu bekennen, fällt mir leichter, als mich zu Weimar zu bekennen“, sagte Kirsten am Donnerstag dem Moderator.

Das Buch „Thüringer Stimmen“ ist eine Liebeserklärung der beteiligten Autoren an ihr eigenes Bundesland. „Thüringen ist leider nicht nur beschaulich. Es ist zu beobachten, dass wir zu wenig über den eigenen Tellerrand hinausblicken“, sagte die am Buchprojekt beteiligte Autorin Antje Babendererde, die mit im Publikum saß. „Die Leute müssen merken, dass wir bunter werden“, lautete ihre ­aktuelle Botschaft.

Mit dem medialen Echo, das es um das Buch herum gibt, ist Jens-Fietje Dwars zufrieden. „Es ist ein guter Start. Wir waren in allen Zeitungen und im Fernsehen vertreten.“ Thüringen habe 400 Schreibende, darunter auch bereits verstorbene Schriftsteller, erklärte Dwars. Nur 25 von ihnen habe er mit in das Buch einbeziehen können. Schon 2013 sei die Idee für das Projekt gereift. „Die Autoren hatten alle die Möglichkeit, Texte für die Ewigkeit zu schreiben.“

Zur Lesung am Donnerstag informierte Ralf Schönfelder, Projektmanager der Literatur- und Kunstburg Ranis, dass ab ­sofort der Kartenvorverkauf für die 19. Thüringer Literatur- und Autorentage begonnen hat. Das komplette Programm finden ­Interessenten im Internet unter www.lesezeichen-ev.de.