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15.08.2002

Buchpremieren mit Scherzer und Stötzer

von Frank Quilitzsch TLZ

Erfurt. (tlz) Was geschieht auf sogenannten LAN-Partys, zu denen sich Jugendliche treffen, um blutrünstige Gewaltspiele auf vernetzten Computern zu spielen? Wie kommuniziert die rechtsextremistische Szene miteinander? Wie funktionierte der Mielke-"Konzern"? Was erlebte eine "Politische" im DDR-Frauengefängnis Hoheneck? Was ist aus den 300 Mocambiquanern geworden, die vor der Wende im Jagdwaffenwerk Suhl tätig gewesen sind?

Fragen, denen die Landeszentrale für politische Bildung Thüringen im zweiten Halbjahr des Jahres eine eigene Veranstaltungsreihe widmet. Unter dem Motto "Das politische Buch im Gespräch" lesen und diskutieren Autoren an Thüringer Schulen, in Bibliotheken, Clubs und Vereinen - unter ihnen bekannte Namen wie Hermann Weber, Gunter Hofmann, Gabriele Stötzer, Mathias Greffrath, Landolf Scherzer und Steffen Mensching. "Mit der Reihe wollen wir zum kontroversen Gespräch über aktuelle Neuerscheinungen auf dem Buchmarkt einladen und auch ein Forum demokratischer Öffentlichkeit anbieten", erläutert Peter Reif-Spirek, stellvertretender Leiter der Thüringer Landeszentrale, das Anliegen.

Rainer Fromms Buch "Digital spielen - real morden?" steht zur Debatte, ebenso Hajo Funkes "Paranoia und Politik. Rechtsextremismus in der Berliner Republik". Die Reihe geht über das reine Sachbuch hinaus, indem sie auch Schriftstellern wie Landolf Scherzer und Gabriele Stötzer ein Forum bietet, die einen literarisch-publizistischen Zugang zu ihrem Gegenstand suchen. Reif-Spirek: "Die Landeszentralen müssen die Veränderungen und Erweiterungen des Politikbegriffes in der Gesellschaft aufgreifen. Das Politische und das Kulturelle können heute nicht mehr als zwei strikt voneinander getrennte Bereiche verstanden werden."

Der in Dietzhausen bei Suhl lebende Landolf Scherzer stellt seinen im Berliner Aufbau-Verlag erscheinenden Reportageband "Die Fremden" in Hildburgausen (21. August) und Heiligenstadt (25. November) vor. Die Ex-Erfurterin Gabriele Stötzer liest Ende Oktober in Leinefelde, Heiligenstadt und Bad Langensalza sowie im November in Jena aus ihrem Erinnerungsbuch "Die bröckelnde Festung" (P.Kirchheim Verlag, München).

i Weitere Informationen über die Landeszentrale für politische Bildung Thüringen, Tel. (0361) 3792710/1