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30.11.2013

Braun / Papst (Hrsg.): Hilbigs Bilder

von Uwe Schütte Wiener Zeitung

Fast wie ein Fluch: Gerade die herausragenden Schriftsteller sterben viel zu früh. Der DDR-Autor Wolfgang Hilbig war einer davon. Was diesen, im Wortsinne, Arbeiterschriftsteller mit Bildern verbindet, angefangen von der Kunst seiner Sprachbilder über Künstlerbücher zu seiner Prosa bis zu Hilbigs kunstvollen Bildbeschreibungen realer Gemälde, dem geht dieser Sammelband nach. Zugleich bietet er weit mehr: Erinnerungen von Weggefährten, respektvolle Annährungen von jüngeren Autorenkollegen oder essayistische Erkundungen des Meuselwitzer Heimatumfelds.

Kernstück des (illustrierten) Bandes sind die Gegenüberstellungen jener Bildgedichte Hilbigs, die in Reaktion auf Kunstwerke entstanden, mit den Vorlagen, jeweils gefolgt von kenntnisreichen Essays aus der Feder anerkannter Lyriker wie Uwe Kolbe oder Jan Röhnert. Das ergibt einen rundum gelungenen Band, der genau das fertigbringt, was sogenannte Sekundärliteratur auszeichnen sollte: Lust zu machen, sich auf erhöhtem Kenntnisstand mit dem bemerkenswerten Werk von Wolfgang Hilbig zu beschäftigen.

Peter Braun/Stephan Papst (Hrsg.): Hilbigs Bilder. Essays und Aufsätze. Wallstein Verlag, Göttingen 2013, 180 Seiten, € 19,90 (D) | € 20,50 (A) | SFr 27,90 Euro.