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15.03.2013

Blick durchs Schlüsselloch

von Mario Keim Ostthüringer Zeitung

Als erster Raniser Stadtschreiber führt Christian Wöllecke im Internet ein Tagebuch, einen so genannten Blog. Die Burgansicht auf der Startseite und der Titel „Landläufig“ stammen ebenfalls von ihm. Interessenten können jetzt mit dem Autor jederzeit kommunizieren.

Amtierender Raniser Stadtschreiber Christian Wöllecke tritt erstmals über Internet mit Lesern in Kontakt

Ranis (OTZ/Mario Keim). „Ich bin dann mal weg“ überschrieb TV-Moderator Hape Kerkeling sein erfolgreiches Buchdebüt. Frei nach diesem Motto handelt auch der Berliner Autor Christian Wöllecke.

„Mein Blog ruht momentan, denn ich schreibe auswärtig in Ranis“, teilte der amtierende Stadtschreiber im Internet mit. In der Burgstadt führt er derzeit unter dem Namen „Landläufig – als Stadtschreiber in Ranis“ einen neuen Blog. Unter www.stadt-ranis.de/blog ist er erreichbar. In dem Internet-Tagebuch erfahren Interessenten beispielsweise, was in der Wohnung des Stadtschreibers passiert, welches Wanderziel er erkundet hat oder welche Eindrücke er im Verlauf eines Tages hatte. Mal zeigt er sich nachdenklich, oft aber humorvoll.

Mit dieser Form der Kommunikation betritt Christian Wöllecke als 14. Stadtschreiber in Ranis Neuland. Für den Wahl-Berliner ist es jedoch ein bekanntes Medium, denn bereits bei einem mehrmonatigen Aufenthalt in Lausanne in der Schweiz schoss er damit Bekanntschaft.
„Wichtig ist, dass ein Blog regelmäßig geführt wird, das muss nicht täglich sein“, nennt er einen Anspruch. Wichtig sei, dass seine persönlichen Einträge eine literarische Form haben.

Parallel plant Christian Wöllecke zwei längere Erzählungen, die er zum Abschluss seines mehrmonatigen Aufenthaltes in Ranis seine Lesern vorstellen möchte.
„Für uns war es eine wichtige Überlegung, dass Interessenten künftig jederzeit mit dem Stadtschreiber in Kontakt treten können. Außerdem ist es dadurch möglich, dass seine Aktivitäten in Ranis beispielsweise auch in Berlin und Nordrhein-Westfalen zu verfolgen sind“, nennt Anke Scheller, Projektleiterin der Literatur- und Kunstburg Ranis im Verein Lese-Zeichen, als Kriterien für das Tagebuch im Internet.

Beim ersten Stadtschreibergespräch am Mittwoch im Gasthaus „Zur Schmiede“ interessierten sich die Besucher aber auch für andere Themen. Dazu zählten Fragen an den Autor nach dem Verständnis für E-Book und klassische Bücher und natürlich sein Wohlbefinden in Ranis. „Das Gespräch war für mich sehr angenehm“, fasste Christian Wöllecke seine Eindrücke zusammen. Burkhard Hellwig als treuer Begleiter aller Stadtschreibergespräche seit 1998 kann sich gut mit der neuen Kommunikationsform anfreunden, verfügt er doch selbst seit Weihnachten über ein eigenes iPhone und ist mit dem Internet verbunden. „Die jungen Leute leben heute alle vernetzt. Da ist doch wichtig, dass der Stadtschreiber im Internet präsent ist“, begrüßt der rüstige Rentner die Neuerung und fand Gefallen am persönlichen Gespräch mit dem 28-Jährigen.