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10.11.2007

Biskupek stellt neuen Theaterroman vor

von Thomas Spanier Ostthüringer Zeitung

Lesung im "Schminkkasten" Rudolstadt

Von OTZ-Redakteur Thomas Spanier Rudolstadt. Seinen Theaterroman "Eine moralische Anstalt hat Matthias Biskupek am Donnerstagabend im "Schminkkasten , der kleinen Bühne des Rudolstädter Theaters, vor 60 Leuten vorgestellt.
Das Buch, das "eigentlich ein Roman in Kurzgeschichten (Biskupek) ist, spielt in der zweiten Hälfte der 1970er Jahre an einer Provinzbühne. Unschwer erkennt das Publikum in Rudolstadt sein Theater wieder, an dem der Autor in eben jener Zeit als Regieassistent und Dramaturg tätig war.

Die Figuren sind angelehnt an reale Gestalten wie den damaligen Oberspielleiter Klaus Fiedler, auch Biskupek selbst taucht als "Matti , Regieassistent mit Spielverpflichtung, auf. Die Geschichten haben sich so oder ähnlich in Rudolstadt oder anderswo ereignet. Da schläft der "Oberfiedler betrunken in einem abgestellten Zug ein, der nach Finnland fahren soll, denn schließlich beginnen alle Revolutionen in Zügen nach Finnland. Da bricht das halbe Schauspielensemble nachts in den Malsaal ein und gestaltet phantasievoll die Werbung für das Theaterspektakel selbst.

An das Ende einiger Kapitel hat der Autor Protokolle aus den Akten der Staatssicherheit gestellt, die das selbe Geschehen aus der Perspektive des Geheimdienstes nachzeichnen. Die überwiegend fiktiven IM-Berichte sorgen beim Rudolstädter Publikum für ebensolche Lacher wie der "Schaalaer Köstliche mit 16 Volumenprozenten , den es in der Mitropa für 2,60 Mark gab.

Er habe eine spannende Zeit am Theater festhalten wollen, sagte Biskupek, der in Rudolstadt und Berlin lebt, zu seinem Motiv. Ausgangspunkt war ein Rundfunk-Feature aus dem Jahre 2002. Daraus hat Biskupek den "Roman mit richtigen Requisiten, letzten Vorhängen und Theaterblut geschrieben. Vier Jahre lag das Manuskript, ehe es jetzt im Eulenspiegel Verlag erschien.