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23.08.2005

Bild-Text-Labyrinth entsteht in Sommerwerkstatt in Ranis

von Angelika Schimmel Ostthüringer Zeitung

Junge Leute schreiben und malen in Sommerwerkstatt auf der Burg

Von Angelika Schimmel Ranis (OTZ/AS) Ihren Ruf als Thüringer Literaturfeste hat Burg Ranis in der vergangenen Woche erneut bestätigt. Zum wiederholten Mal war die Burg Domizil junger Leute, für die schreiben und malen mehr als nur ein Hobby ist. Von Donnerstag bis Sonntag waren 24 von ihnen Teilnehmer der 7. Sommerwerkstatt des Lese-Zeichen e .V. Jena. In zwei Gruppen und unter Anleitung des Jenaer Lyrikers Jan Volker Röhnert, des Literaturwissenschaftlers Helge Pfannenschmidt aus Neustadt und der Gothaer Malerin Bettina Schünemann, arbeiteten sie an eigenen Texten und schufen neue Bilder.

Auf der Burg oben scheint ein ganz besonders kreatives Klima zu herrschen. Wie sonst ist es zu erklären, dass die Jugendlichen nach nur drei Tagen Werkstattarbeit am Samstagabend den geladenen Gästen mehr als nur einzelne Gedichte, Prosatexte oder Zeichnungen präsentierten. Sie hatten ein ganzes Bild-Text-Labyrinth aufgebaut, durch das die leider nur wenigen Besucher sich ihren Zugang in den Vortragssaal suchen mussten.

Da schaute der Gast in große Augen, die den Himmel widerspiegelten, wurden Gedankensplitter in Spiegelfolien verdoppelt und umgedreht. Daneben konnte sich der Besucher in magischen Spiralnebeln verlieren. Das Labyrinth bildete schließlich die Kulisse für eine lebendige Vorstellung der literarischen Werkstattarbeiten.

"Hier sind in den vergangenen Tagen wirklich außerordentliche Arbeiten entstanden", sagt Martin Straub, Vorsitzender des Lese-Zeichen e.V. und spiritus rector der Sommerwerkstätten. Man werde von dem ein oder anderen Teilnehmer noch hören oder sehen, ist er überzeugt.

Beeindruckt von den Ergebnissen anderer Teilnehmer ist auch Lydia Hörtzsch aus Altenburg. Die 16-Jährige, die zwar zu Hause auch schon erste literarische Versuche unternommen hat, hatte sich nicht getraut, diese hier zur Diskussion zu stellen. "Ich kann noch lange nicht so viel wie manch anderer hier" sagte die 16-Jährige bescheiden. Doch sie habe viel gelernt. "Vielleicht komme ich nächstes Jahr wieder und dann bringe ich auch meine Texte mit". Bereits zum fünften Mal in Ranis dabei ist Kati Fräntzel aus Erfurt. Sie nehme viele Anregungen mit, die sie sonst allein an ihrem Schreibtisch nie bekäme, räumt sie ein.

Eigentlich seien vier Tage viel zu kurz, sind sich die meisten Jugendlichen einig.