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03.03.2007

Besonderer Blickwinkel

von Mario Keim Ostthüringer Zeitung

Makrofotografie von Andreas Berner bis 28. Mai in der Galerie Westerheide in Ranis

Von Mario Keim Ranis. Seit Dienstag sind in der Galerie Westerheide in Ranis Fotoarbeiten von Andreas Berner zu besichtigen. Es ist nicht die erste Ausstellung, die den Künstler aus Wurzbach in die Burgstadt führt. Fotografie, Zeichnungen, Holzschnitte und Grafiken sind die vielfältigen Ausdrucksformen Berners. Entsprechend vielseitig sind seine Projekte.
In Ranis zeigte er bereits Federzeichnungen und Collagen und stellte einige seiner bibliophilen Buchentwürfe vor. Eines dieser Buchprojekte, das gemeinsam mit dem Autoren Matthias Biskupek und dem Musiker Joe Sachse entstanden ist, war bereits vor fünf Jahren Gegenstand einer Ausstellung in Ranis. Als Teilnehmer am Künstlerstammtisch in Ranis, Initiator von Ausstellungen im Rittergut Knau und seit einem Jahr als Vorsitzender des Lese-Zeichen e. V. ist sein Name eng mit der Region verbunden. Darüber hinaus führten ihn Ausstellungen nach Weimar und Berlin, Frankreich und Finnland.

Mit der Fotografie kehrt Andreas Berner zu den Wurzeln seines künstlerischen Schaffens zurück. Die Arbeiten, die den Schwerpunkt seiner aktuellen Ausstellung bilden, zeigen seine Vorliebe für die Makrofotografie. Dabei kommt es schon einmal vor, dass der Betrachter ungläubig vor einer Aufnahme steht und sich fragt: "Sind die Fotos auch echt?"

Darauf hat Andreas Berner eine klare Antwort parat: "Ein Foto muss ein Foto bleiben", entgegnet der Verfechter der anspruchsvollen Fotografie. Zulässig ist das Nachbearbeiten einer digitalen Aufnahme am PC. Doch das Bild sollte die Landschaft so abbilden, wie sie ist. Der Fotograf nutzt spezielle Objektive, unterschiedliche Belichtungszeiten und wählt gezielt kleine Ausschnitte. Doch verfremdet er die Bilder und die Farben dabei nicht.

Daraus sind besondere Reisebilder entstanden. Andreas Berner betrachtet seine Reiseziele aus einem anderen als dem gewöhnlichen Blickwinkel des Urlaubers. "Strukturen - von Nord nach Süd" geben der Ausstellung den passenden Namen. Berner begibt sich mit der Kamera auf die Suche nach dem Nichtalltäglichen. Die Makrofotografie erschließt ihm zudem Details in unglaublicher Schärfe.

Island als eine Insel mit vielen Kratern und großen Wasserflächen scheint wie geschaffen für dieses künstlerische Herangehen. Die fremdartige Landschaft mit ihren Lavasteinen wirkt in Berners Aufnahmen fast schon bedrohlich, dafür reich an Strukturen. Auch die bei Urlaubern beliebte Insel Rügen, bekannt für ihre Kreidefelsen und die typischen Strandhotels mit Holzbalkonen, erscheint auf den Bildern ungewöhnlich. Berner findet verschiedene Muster, die wiederum an seine Federzeichnungen erinnern. Und er blickt mit der Kamera tief in die Gesichter von Männern und Frauen, mal fröhlich und mal nachdenklich.

Geheimnisvoll sind auch die Bilder aus Venedig. So zeigt sich das Kanalwasser grün mit Wellen, als betrachte man einen Gegenstand durch ein Mikroskop. Andreas Berner zeigt uns Venedig, wie es die Urlauber sehen, von oben. Das allerdings geschieht, indem er Gebäude und Gondeln als Wasserspiegelungen festhält.

"Mir gefallen am besten seine Grafiken", blickt Ekaterina Peitz auf die beiden Arbeiten im Erkerzimmer. Zwei Federzeichnungen jüngeren Datums ergänzen die Ausstellung Berners.

Die Fotoarbeiten von Andreas Berner sind in Ranis bis zum 28. Mai zu sehen. Geöffnet ist die Galerie Westerheide dienstags bis donnerstags von 16 bis 19 Uhr oder nach Vereinbarung.Ein Foto muss ein Foto bleiben.