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11.01.2014

Bekannte Gäste auf der Literaturburg

von Mario Keim OTZ

Moderator Michael Hametner (links) und Buchautor Clemens Meyer nach der Lesung am Donnerstag in Ranis. 50 Zuhörer verfolgten den Jahresauftakt mit den beiden Leipzigern auf der Literatur-und Kunstburg Ranis. Foto: Mario Keim

 

Clemens Meyer stellt in Ranis seinen neuen Roman „Im Stein“ vor. Michael Hametner moderiert die Lesung auf der Burg.

Ranis. Mit Autor Clemens Meyer und Moderator Michael Hametner gab es zum Jahrsausauftakt auf der Raniser Burg zwei gute Bekannte, die sich den 50 Zuhörern vorstellten. Für Meyer war es der dritte Aufenthalt in der Burgstadt, Michael Hametner begrüßte während der Veranstaltungsreihe „Figaros Lesecafé" zu den Literaturtagen schon sechs Mal illustre Gäste. Darunter war auch einmal Clemens Meyer.
Wie ein väterlicher Freund des 36-Jährigen wirkte Michael Hametner, der den Autor zunächst vorstellte, um später zwischen den Lesepassagen zu moderieren und zum Abschluss die Gäste zu Fragen ermunterte.

Nein, das Geheimnis seiner Recherche lüftete Clemens Meyer nicht wie gehofft. Es gab nicht wenige Zuhörer, die interessiert hätte, wie der Schrifteller aus Leipzig an die Figuren seines neuesten Romans „Im Stein“ geraten war. Denn dieser 560 Seiten starke Roman spielt im Rotlicht-Milieu und zeichnet in 22 Kapitel das Leben von Prostituierten und Geschäftsleuten als „Investoren“ in diesem Bereich nach.

„Klar habe ich die Science Fiction-Romane gelesen. Und klar bin ich der Olsenbande-Fan“, erklärte der Autor ein paar Ähnlichkeiten mit handelnden Personen. Menschen aus dem Rotlicht-Milieu hätten stolz gesagt: „Endlich sind wir in der Literatur und jenseits von Klischees.“ Auf Dokumentationen und Biographien habe er sich beispielsweise beziehen können, sagte Clemens Meyer, der für seinen zweiten großen Roman auch die meiste Zeit für Recherche investierte.

Fans kamen durchaus auf ihre Kosten, denn Meyers Sprache ist derb und direkt. Das zeichnet auch das Werk „Im Stein“ aus.

Es sei ein „besonderer Roman eines großen Autors“, schwärmte Michael Hametner.
„Hochachtung vor diesem Mann. Er ist ein brillanter Erzähler. Nur das Thema hatte mich heute nicht so sehr angesprochen“, sagte Besucher
Hans-Jürgen Reinert, der dafür Meyers Debütroman „Als wir träumten“ lesen möchte.
Für seine Bücher hatte der Leipziger viele Preise erhalten – am 27. Januar folgt der Bremer Literatur-Preis für „Im Stein“.
Peter Reif-Spirek von der Landeszentrale für politische Bildung zeigte sich erstaunt über den hochkarätigen Jahresauftakt in Ranis. Die Lesung am Donnerstag fand zugleich im Rahmen der Reihe „Das politische Buch im Gespräch“ statt. Die Landeszentrale unterstützte die Lesung des Lese-Zeichen neben der Stadt Ranis und GGP Media.
„Sie waren und sind ein tolles Publikum“, richtete die scheidende Projektleiterin Anke Scheller Dankesworte an die Gäste der Veranstaltung. Nach über sechsjähriger Tätigkeit in Ranis arbeitet sie künftig für das Kunstfest in Weimar, Nachfolger ist Ralf Schönfelder.