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17.05.2013

Autorin bleibt Märchenhaftem treu - Elisabeth Dommer stellt in Pößnecker Stadtbibliothek Bilke „anderen Gräfin-Cosel-Roman" vor

von Mario Keim Ostthüringer Zeitung

Elisabeth Dommer stellte am Mittwoch in der Pößnecker Stadtbibliothek Bilke ihren „anderen Gräfin-Cosel-Roman" vor. Foto: Mario Keim

Pößneck (OTZ). „Als Autorin ist man keine Schauspielerin“ sagt Elisabeth Dommer am Mittwoch nach ihrer Lesung in Pößneck über ihre Rolle als Schriftstellerin. Diese füllt sie seit 1982 aus. Die ausgebildete Lehrerin schrieb aber schon in ihrer Kindheit Geschichten. Ihr erster Erzählband als Autorin ist vor 25 Jahren erschienen. Er heißt „Im Bannkreis“ und enthält eigene Märchen und Geschichten. Seit 1996 ist die Altenburgerin freiberuflich tätig.

„Meistens werde ich als Kinderbuchautorin wahrgenommen“, erinnerte sie während ihrer Lesung in der Bilke an zahlreiche Lesungen mit Kindern in der Orlaregion. In Pößneck las sie 2005 das letzte Mal, danach gastierte sie mehrere Male in Ranis und in Krölpa.

Ihren ersten Roman stellte Elisabeth Dommer zur Leipziger Buchmesse im März vor. Daraus las sie am Mittwoch in der Pößnecker Stadtbibliothek.

„Traum & Zeit. Der andere Gräfin-Cosel-Roman“, so der Titel des 400 Seiten starken Buches, ist die Geschichte einer jungen Frau zwischen den Zeiten. Es war der Anspruch der Autorin, einen historischen Roman und experimenteller Literatur miteinander zu verbinden. Mit ihrer Art, diesen Stoff vorzutragen, fesselte sie die Leser. Passagen aus dem Buch unterbrach sie durch eine behutsame Moderation und wirkte dabei doch wie eine Schauspielerin. Dadurch erlebten die Zuhörer einen spannenden und unterhaltsamen Leseabend. „Ich könnte Ihnen stundenlang zuhören“, sagte die Leiterin der Bilke, Christel Ziermann, die sich sofort ein Buch für den Bestand der Bibliothek sicherte.

„Es ist eine Kunst zu schreiben, aber es ist auch eine Kunst vorzulesen“, verteilte die Gastgeberin Komplimente. Es war zugleich die erste Abendveranstaltung in Pößneck im Rahmen der Thüringer Literatur- und Autorentage, nachdem zuvor jeweils Kinder auf ihre Kosten kamen.

Ein Roman zu schreiben war für Elisabeth Dommer immer ein Wunsch. Dass dabei die historische Person der Gräfin Anna Constantia von Cosel (1680 - 1765) eine Rolle spielen würde, war ein Zufall. „Ich hatte 2003 ein solches Aha-Erlebnis auf der Burg Stolpen“, erinnerte sich die Autorin an den Besuch jener Stätte, wo die Mätresse fast 50 Jahre eingesperrt war. So handelt auch der vorliegende fiktive Roman von zwei Gefangenen, die sich einander begegnen.

Nach „unserem Beitrag zu den Literaturtagen“ warb Christel Ziermann bei ihren Gästen für den Besuch der Veranstaltungen im Juni auf der Burg Ranis. Deshalb folgt in der Bilke eine kurze Pause, ehe es am 4. Juli mit dem Vortrag „Namibia und seine Gesichter“ des Vereins Lilli e.V. weiter geht. Eine Krimi-Lesung unter dem Namen „Help“ mit Liedern der Beatles gibt es am 16. August. Zu Gast ist dann die BandWolken und Brücken".