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17.09.2002

Autoren kritisieren ver.di-Gehälter

von Frank Quilitzsch TLZ

Röttelmisch/Jena. (tlz/fqu) Matthias Biskupek, York Sauerbier, Felicitas Kretschmann, Frank Quilitzsch und Rainer Hohberg gehören dem neuen Vorstand des Verbandes deutscher Schriftsteller (VS) in Thüringen an, der am Wochenende auf der Jahrestagung in Röttelmisch bei Jena gewählt wurde. Kerstin Jentzsch, die zwei Jahre lang aktiv in dem Gremium mitgewirkt hatte, scheiterte an der notwendigen Stimmenzahl. Alter und neuer Vorsitzender ist der in Weimar lebende Autor und Kulturpolitiker York Sauerbier. Die vorgezogene Wahl war wegen des Beitritts der IG Medien zum Gewerkschafts-Dachverband ver.di erforderlich geworden.

Auf einer öffentlichen Lesung in Reinstädt stellten die Autoren neue Werke vor und gedachten ihres vor wenigen Wochen verstorbenen Kollegen Siegfried Pitschmann. Über seinen Förderverein Lese-Zeichen e. V. bestreitet der 66 Mitglieder starke Thüringer Schrifstellerverband mehr als 150 Veranstaltungen im Jahr, zumeist in Partnerschaft mit der Literarischen Gesellschaft, der Landeszentrale für politische Bildung, der Stiftung Weimarer Klassik, dem Bödecker-Kreis und vielen Bibliotheken. Zu den jährlichen Höhepunkten zählen die Literatur- und Autorentage.

Der Thüringer VS hat wiederholt scharfe Kritik an der unangemessenen Höhe der Gehälter im ver.di-Vorstand geübt. Wieso zahle eine Gewerkschaft, die als Interessenvertretung und solidarische Gemeinschaft über Mitgliedsbeiträge waltet, an ihren Vorsitzenden monatlich rund 14 000 Euro? Der Thüringer VS erhält von ver.di einen Jahresetat von 500 Euro.