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14.05.2009

Autoren aus Ost und West , im weitesten Sinne

von MKo Ostthüringer Zeitung

Pößneck

Autoren aus Ost und West, im weitesten Sinne

Zum zwölften Mal Literaturtage auf Burg Ranis
Ranis (OTZ/mko). Die Thüringer Literatur- und Autorentage auf Burg Ranis gehören zu den literarischen Höhepunkten im thüringischen Kulturkalender. In genau vier Wochen ist es wieder soweit. Die zwölfte und diesjährige Auflage des Festivals findet vom 11. bis 14. Juni statt.

Für den Auftaktabend konnte der "Titanic"-Kolumnist und preisgekrönte Essayist Max Goldt gewonnen werden. "Viel Neues und vielleicht ein bisschen was Altes" lautet das Leitmotiv seiner Lesung am 11. Juni um 20 Uhr, und es ist eine Überschrift, die zu den gesamten Literaturtagen passen könnte, findet Martin Straub, der unermüdliche Geschäftsführer des Literaturtage-Veranstalters Lese-Zeichen e. V. aus Jena.

Für den nächsten Abend hat Anke Scheller, Projektmanagerin des Vereines, einen sicher wieder starken Poetry Slam angesetzt. Die Matadoren dieses Dichterwettbewerbes im Winkel an der Schmiede in der Altstadt hat sie bei den jüngsten Deutschsprachigen Meisterschaften dieses Genres in Zürich ausgesucht. Die "Creme de la Creme der deutschen Performance-Poesie" tritt an, verspricht das Literaturtage-Programmbuch, die sieben Autoren stammen jedenfalls aus Ost und West, auch im weitesten Sinne: Sulaiman Masomi wurde in Kabul geboren und Ken Yamamoto in Paris, der Dortmunder Tommy Tesfu ist Sohn eritreischer Eltern. Den langen Abend moderiert wieder Wehwalt Koslovsky, der Ranis so reizend mit Betonung auf der zweiten Silbe ausspricht.

Am Samstagnachmittag sind nacheinander fünf Lesungen, als Novum ein Theaterstück und ab 20 Uhr ein "literarisch untermaltes Abendessen mit unverbindlicher Einladung zum Tanz" geplant. Mit Letzterem wird der Begriff "Literaturball" umschrie- ben, um einerseits die lokale Schwellenangst vor dieser Veranstaltung zu zerstreuen, andererseits zu hohen Ball-Erwartungen aus dem Weg zu gehen. Krimi- und Kinderliteratur wird am 13. Juni zu hören sein, der ehemalige WDR-Intendant Fritz Pleitgen kommt mit seinem Buch über "Väterchen Don" und die Autorin Claudia Rusch mit ihrer Reise durch den "Aufbau Ost". Eine Frau, wer sonst, spricht schließlich über "Männer und andere Irrtümer", das "Glanzstück für eine Schauspielerin" bestreitet Ewa Rataj vom Theater Rudolstadt.

Der Sonntag beginnt mit einem Frühschoppen im Altmarktstübchen, den u. a. Stadtschreiber Hartmut Lohmann bestreiten wird. Nach einem literarischen Gottesdienst in der Stadtkirche sind die Autorentage wieder live im Radio: Im Lesecafe des Senders MDR Figaro spricht der Kulturjournaliste Michael Hametner mit Juli Zeh, einer der angesagtesten jüngeren deutschen Autorinnen. Nach einem unterhaltsamen Nachmittag für Groß und Klein gibt es "Lyrik im Konzert" u. a. mit dem Dresdner Dichter Thomas Rosenlöcher und dem Chemnitzer "Hexenmeister der Gitarre" Helmut Joe Sachse. Das Kulturwochenende auf der Burg klingt sommerlich mit dem Entertainer Gunter Emmerlich aus, der ab 20 Uhr unter dem Motto "Ich wollte mich mal ausreden lassen" singt, swingt und liest.

Karten für die Literaturtage sind bereits im Vorverkauf erhältlich. www.lesezeichen-ev.de