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13.06.2015

Ausstellung auf der Burg Ranis: Vom Nutzen der Nutzlosigkeit

von Theresa Schödensack Ostthüringer Zeitung

Die Nutzlose Maschine in Aktion. Auf der Vernissage auf der Burg Ranis stellte der Künstler Alexander Neugebauer seine variante der Nutzlosen Maschine da. In Anlehnung an den eigentlichen Erfinder der useless Machine Claude Shannon. Foto: Theresa Schödensack

Das Literatur-Wochenende in Ranis begann am Donnerstagabend traditionell mit einer Ausstellungseröffnung. Die Künstler Alexander Neugebauer und René Reschin stellten unter anderem zwei „Nutzlose Maschinen“ aus, die der Schau ihren Namen verdankt.

Ranis. „Nutzlose Maschinen sind unbefriedigend“, stellt die Kunsthistorikerin Manuela Dix in ihrer Eröffnungsrede fest. „Sie optimieren nichts und bilden damit in Zeiten des Optimierungswahns ein Sinnbild der Entschleunigung“, erklärt sie weiter. Nachvollziehbar, dass dieses Bild der protestierenden Maschine auf den 18. Literatur- und Autorentagen nicht fehlen darf, dreht sich doch dieses Jahr alles um das große Thema der Entschleunigung. Der 35-jährige Alexander Neugebauer aus Gera baute die nutzlosen Maschinen in Anlehnung an den eigent­lichen Erfinder solcher Objekte,?Claude Shannon, und erklärt sie so: „Die Aufgabe der Automaten besteht neben dem Sich-selbst-ausschalten vor allem darin, den Betrachter herauszufordern. Die Gedanken des Betrachters sollen mit dem Werk spielen. Man soll über das Gesehene nachdenken und dann zur Ruhe kommen“, so Alexander Neugebauer über sein polarisierendes Werk

Auch die Bilder des 32-jährigen René Reschin aus Weimar verweigern sich der schnellen Konsumierung. „Meine Kunst soll Denkanstöße geben und Parallelen aufweisen zwischen Vergangenheit und Gegenwart“, stellt er in den Raum. Und es sei ihm wichtig, dass seine Kunst nicht werte. „Ich will mit meinen Werken nie aussagen, dass etwas gut oder schlecht ist. Sie zeigt nur, wie es ist.“

Dies sei im Übrigen auch der?Zusammenhang zwischen den nutzlosen Maschinen und der?Malerei. „Auch Kunst wird?oft als funktionslos angesehen, doch dann hat man sie nur nicht verstanden“, resümiert Manuela Dix.

Die Ausstellung ist bis Sonntagabend auf Burg Ranis zu sehen.