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08.02.2005

Armin Müller gestorben

von sw Ostthüringer Zeitung

Weimar (OTZ/sw). Der Weimarer Schriftsteller und Maler Armin Müller ist tot. Er starb nach Informationen der Maria-Pawlowna-Gesellschaft (Kromsdorf) nach langer schwerer Krankheit in der Nacht vom Sonntag zu Montag in einem Jenaer Krankenhaus. "Ich habe meinen besten Freund verloren", bestätigte der Weimarer Schriftsteller Wolfgang Held in einem Telefonat mit der OTZ den Tod des weit über Thüringen hinaus bekannten Dichter-Malers.

Armin Müller wurde am 25. Oktober 1928 im schlesischen Schweidnitz geboren. Sein erster Gedichtband "Hallo, Bruder aus Krakau" erschien 1949. Besondere literarische Beachtung fanden die Erzählungen "Meine verschiedenen Leben" (1978), "Taube auf Papier" (1981) sowie sein später verfilmter Roman "Der Magdalenenbaum" (1979). Nachdichtungen seiner Lyrik sind in 17 Ländern erschienen. Mit den Bänden "Auf weissen Pferden" (1983) und "Vorbeiflug des goldenen Fisches" (1993) fand Armin Müller Annerkennung auch als Maler. Seine Bilder waren auf etwa vierzig Ausstellungen in Ost und West zu sehen. "Er war nicht nur ein brillanter Autor, sondern auch ein wunderbarer Maler", würdigte Wolfgang Held das Spätwerk seines Freundes. "Jedes Bild glich einem gemalten Gedicht."

Noch im Januar war sein Film "Der Magdalenenbaum" in der Kromsdorfer Reihe "60 Jahre danach... Freiheit braucht Erinnerung" zu sehen. Weil er bereits im Krankenhaus lag, vertrat ihn als Zeitzeuge Wolfgang Held. Thüringer Schüler dieser Veranstaltung schrieben Armin Müller Genesungswünsche, die ihm seine Schwiegertochter am Krankenbett vorlas. "Er war zu Tränen gerüht", sagte Wolfgang Held.

Die Trauerfeier für Armin Müller findet am Freitag auf dem Weimarer Hauptfriedhof statt.