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14.12.2015

Academixer in Krölpa: Borna statt paradiesischem Borneo

von Mario Keim Ostthüringer Zeitung

Ralf Bärwolff und Carolin Fischer erfreuten 160 Besucher in Krölpa. Foto: Mario Keim

Akteure des Leipziger Kabaretts Academixer liefern in Krölpa einen köstlichen Programmnachschlag ab.

Krölpa. Einmal Borna statt der paradiesischen Trauminsel Borneo. Aufgrund des sächsischen Versprechers führte die Reise ab Leipzig nicht wie beabsichtigt in den „Garten Eden“, sondern in das 30 Kilometer entfernte ehemalige Bergbaurevier. „1599Euro pro Person zwei Wochen im Vier-Sterne in der Görlitzer Straße“, tröstete sich der Ehemann nach der Fahrt im Regional-Express. Schließlich gäbe es Orang-Utans ja auch im Leipziger Zoo, lockte die Frau mit einer Tagesfahrt dorthin.

Doch man hätte auch nach Griechenland reisen können, „das auch einmal zu Europa gehörte.“ Und sofort hatten Carolin Fischer und Ralf Bärwolff vom Leipziger Kabarett Academixer bei ihrem Auftritt vor 160 Zuhörern am Freitag in der Krölpaer Pinsenberghalle die Lacher auf ihrer Seite. Unterstützt wurden die Künstler von Enrico Wirth am Flügel.

„Reisen über Weihnachten richtig weit weg“ lautet ein Motto des Abends, um dabei auf einer anderen Tour in das von Seehofer regierte Bayern zu gelangen. Die beiden Protagonisten, die in ihrer Heimspielstätte derzeit in den Programmen „Wir müssen noch gießen – Neues aus der Sparte“ und „Runter kommen Sie immer“ zu sehen sind, lieferten auch Kostproben ihrer aktuellen Texte ab.

Damit frischten sie vor dem begeisterungsfähigen Publikum ihr Weihnachtsprogramm „Punsch No.2“ auf, das vor zwei Jahren seine Premiere hatte und das laut Informationen der Academixer nicht mehr auf dem Spielplan stünde. „Für uns machten sie aber eine Ausnahme“, verriet Ralf Schönfelder, Projektmanager der Literatur- und Kunstburg Ranis, die das Angebot in Krölpa mit betreut.

Und das Programm am Freitag war eine köstliche Angelegenheit. Denn der Geruch von Punsch und Glühwein lag förmlich in der Luft. Ging es doch darum, das Bewusstsein für die allseits beliebten Weihnachtsmärkte zu stärken, dort, wo sich viele Männer aus gutem Grund treffen. „Frauen müssen Weihnachten vorbereiten. Frauen können nicht anders.“ Der Advent sei deshalb jedes Mal eine kleine Schwangerschaft, hieß es. Und auch die Heizpilze seien solch ein Phänomen. „Inzwischen hat jeder Glühweinstand einen Heizpilz und jeder Glühweinstandbesitzer hat eine soziale Verantwortung.“ Natürlich philosophierten Mann und Frau bei einem Stadionbesuch gemeinsam über das Thema Fußball, schließlich hatte die Frau beim Wichteln die VIP-Karte für ihren Gatten gewonnen.

„Punsch No.2“ war Kabarett aus der ersten Liga des Genres in Deutschland. Politisches Kabarett in Krölpa gibt es wieder am 7. Oktober 2016: „Alles bleibt anders“ heißt es bei einem Gastspiel des Dresdener Kabaretts „Herkuleskeule“.